Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.11.2011

12:51 Uhr

Derivate

UBS bringt ersten ETF auf Seltene Erden

In Europa gibt es jetzt auch einen börsennotierten Indexfonds auf Seltene Erden. Die Schweizer Großbank UBS hat einen ETF an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Bisher gab es das nur in den USA.

Wismut zählt zu den Seltenen Erden. dpa

Wismut zählt zu den Seltenen Erden.

FrankfurtLange nach Beginn des Booms der Seltenen Erden greift nun der erste börsennotierte Indexfonds in Europa dieses Thema auf. Der UBS-ETF Stoxx Global Rare Earth ist ab sofort an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet, teilten der Anbieter UBS und die Börse am Freitag mit. Der Fonds bildet die Wertentwicklung des Stoxx Global Rare Earth Index ab, indem er in die Aktien aus dem Index investiert. Der Index umfasst Unternehmen aus aller Welt, die mindestens 30 Prozent ihres Umsatzes mit der Förderung und Verarbeitung Seltener Erden erwirtschaften.

Seltene Erden sind spezielle Metalle. Sie kommen in Akkus von Elektro- und Hybridautos, Computern, Windturbinen und Flachbild-Fernsehern zum Einsatz. Insgesamt gibt es 17 Seltene Erden, darunter Lutetium, Cerium und Europium. China fördert rund 97 Prozent der weltweiten Menge, gefolgt von Indien auf Platz zwei. Eine zunehmende Beschränkung der Förderung durch China hatte vor etwa einem Jahr Sorgen vor Engpässen in der Industrie geschürt und die Preise dieser Rohstoffe deutlich in die Höhe getrieben.

Im Zuge dieses Booms hatten einige Banken Zertifikate auf das Thema emittiert, darunter die UBS. Diese beziehen sich ebenso wie der neue ETF auf Aktien von Unternehmen, welche mit den speziellen Metallen Geschäfte machen. Teilweise legten die Kurse der entsprechenden Zertifikate innerhalb weniger Monate um 400 Prozent zu. Im Oktober 2010 brachte die US-Fondsgesellschaft Van Eck den ersten ETF auf Seltene Erden heraus. Der Rare Earth/Strategic Metals ETF wird nur in den USA vertrieben. Er bildet den Market Vectors Emerging Markets Rare Earth/Strategic Metals Index ab. Dieser umfasst momentan 28 kleine und mittelgroße Unternehmen. Jeweils knapp 20 Prozent des Portfolios entfallen auf Werte, die in Australien, Kanada und den USA notiert sind.

Im Vergleich zum Rare Earth/Strategic Metals ETF ist das Portfolio des UBS-ETF Stoxx Global Rare Earth deutlich konzentrierter. Das gilt sowohl für die Gewichte der einzelnen Unternehmen als auch für die regionale Aufteilung: Kanadische Unternehmen machen gut 40 Prozent aus, australische gut 30 Prozent, US-Werte 20 und chinesische fünf Prozent.

In den vergangenen Monaten haben die Preise seltener Erden deutlich nachgegeben. Gleichzeitig haben die Aktien entsprechender Unternehmen enorm an Wert verloren. Daher sind Zertifikate auf Seltene Erden heute billiger als zu Beginn des Booms vor einem Jahr.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×