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26.04.2012

18:14 Uhr

Deutsche Bank

Ausstieg aus „Todeswetten“-Fonds kostet 40 Millionen

Die Deutsche Bank muss für den Ausstieg aus einem umstrittenen Fonds, der auf die Lebensdauer von Menschen wettet, tief in die Tasche greifen: 40 Millionen Euro könnte das Bankhaus der Rückkauf von seinen Anlegern kosten.

Unter dem Druck der Öffentlichkeit hatte die Deutsche Bank seinen Privatanlegern ein Rückkaufangebot für den umstrittenen Fond unterbreitet. AFP

Unter dem Druck der Öffentlichkeit hatte die Deutsche Bank seinen Privatanlegern ein Rückkaufangebot für den umstrittenen Fond unterbreitet.

FrankfurtDer Ausstieg aus einem umstrittenen Fonds, mit dem Anleger auf die Lebensdauer von Menschen wetten, kommt die Deutsche Bank teuer zu stehen. Das Institut bildete dafür im ersten Quartal im Privatkundengeschäft Rückstellungen von 40 Millionen Euro, wie aus dem am Donnerstag vorgelegten Zwischenbericht hervorging.

Deutschlands größtes Geldhaus hatte den Investoren des „db Kompass Life 3“ vor Kurzem ein Rückkaufangebot unterbreitet. Damit können diese ihr investiertes Kapital unter Abzug zwischenzeitlich erhaltener Zahlungen zurückbekommen. In der Bank wird mit einer hohen Annahmequote gerechnet, wie es in Finanzkreisen hieß.

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Eine ethisch zweifelhafte Geschäftsidee hat der Deutschen Bank viel Kritik eingebracht. Jetzt reagiert die Bank. Sie bietet Anlegern den Ausstieg aus der sogenannten „Todeswette“ an.

Der rund 200 Millionen Euro schwere Fonds wurde 2007 aufgelegt und läuft eigentlich noch bis 2015. Schätzungen zufolge haben etwa 10.000 Privatanleger Geld darin investiert. Anders als bei den beiden Vorgängerprodukten - die Lebensversicherungspolicen aufgekauft haben und im Todesfall die Versicherungssumme der Verkäufer kassieren - handelt es sich beim „db Kompass Life 3“ um ein rein synthetisches Produkt.

Der Fonds hat keinen Bezug zu realen Lebensversicherungspolicen. Der Ertrag ist vielmehr von der Lebenserwartung einer Referenzgruppe von 500 US-Bürgern abhängig. Die Anleger wetten also auf deren Lebensdauer. In den Medien hatte dies einen Aufschrei ausgelöst. Die Rede war von „Todeswetten“ der Deutschen Bank.

Von

rtr

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