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08.01.2008

08:26 Uhr

Die besten Investmentfonds

Deutschland-Klassiker in schwerem Fahrwasser

VonClaudia Lindenberg (Das Investment)

Alter schützt vor schlechtem Abschneiden nicht: Im Ranking der größten deutschen Aktienfonds zeigt sich mit dem Concentra der Allianz GI ausgerechnet ein Klassiker unter diesen Produkten schwächelnd. Damit steht der Concentra jedoch nicht alleine.

HAMBURG. Matthias Born hat im Oktober vergangenen Jahres kein leichtes Erbe angetreten: Der seither von ihm betreute deutsche Aktienfonds Concentra von Allianz GI weist immerhin eine stolze Historie von fast 52 Jahren auf und gehört mit einem Volumen von 2,1 Mrd. Euro zu den zehn größten Angeboten seiner Kategorie. Derzeit präsentiert sich der Klassiker jedoch nicht in bester Verfassung: Mit einem Zwölf-Monats-Wertzuwachs von 19,60 Prozent belegt er in der aktuellen Auswertung von 94 Deutschland-Fonds lediglich Rang 43 - unter den zehn Schwergewichten das drittschlechteste Ergebnis (Tabelle).

"Wir haben die starke Kursentwicklung der Volkswagen-Aktie im Laufe des vergangenen Jahres zunächst unterschätzt", sagt Born, der sein Engagement bei den Wolfsburgern seit Herbst jedoch deutlich heraufgefahren hat. Zudem hätten sich einige Nebenwerte nicht wie erhofft entwickelt. Seit der Übernahme des Fonds hat der Allianz-GI-Manager das Portfolio mit 38 statt der bisherigen 50 Titel konzentrierter aufgestellt und unter anderem Deutsche Post, Infineon und Commerzbank verkauft.

Das laufende Börsenjahr beurteilt Born zwiespältig. "Wir agieren vorerst vorsichtig und bevorzugen defensive Bereiche wie den Versorgersektor", sagt der Fondsmanager. Um in diesem Segment die Höchstgrenze von zehn Prozent für Index-Schwergewichte wie Eon zu umgehen, verstärkt er dabei sein Engagement durch europäische Versorger wie den österreichischen Verbund.

Jürgen Meyer, Manager des SEB Aktienfonds, beurteilt die Versorger-Branche dagegen eher skeptisch. Vor diesem Hintergrund gewichtet er die Eon-Aktie, mit einem Anteil von rund zehn Prozent größter Einzelwert im Dax, mit weniger als fünf Prozent. "Die Aktie ist weitgehend fair bewertet, und ich sehe in anderen Titeln mehr Kurspotenzial", erläutert er. Wie der Concentra schneidet auch der SEB Aktienfonds mit einem Wertzuwachs von 16,95 Prozent über zwölf Monate eher enttäuschend ab, was Meyer vor allem auf Dollar- und Konjunkturängste zum Jahreswechsel zurückführt.

Aus Sicht von Christian Michel unterscheidet sich die Strategie von Meyer deutlich von der seines Vorgängers Axel Zeuner, der den Fonds bis Ende Juni 2006 betreut hatte und sich deutlich enger am Vergleichsindex orientierte. Ob der Fonds sein bisheriges Rating von C behält, herauf- oder herabgestuft wird, mag der Feri-Analyst derzeit noch nicht kommentieren. Auch zum Concentra steht ein Urteil über das Fortbestehen des bisherigen, mit "mittelmäßig" zu übersetzenden C-Ratings noch bis mindestens September dieses Jahres aus.

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