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24.01.2006

08:18 Uhr

Drei Fragen

Interview: „Agenturen sollten vorsichtig sein“

VonDie Fragen stellte Ingo Narat

Jens Kleine, Professor für Finanzdienstleistungen an der Steinbeis Hochschule Berlin, spricht im Handelsblatt-Interview über die Rolle von Ratingagenturen und die Struktur von Immobilienfonds.

Die Agentur Scope wird kritisiert. Ihre Verkaufsempfehlung für den Kanam-Fonds, mit Hinweis auf denkbare Mittelabzüge, löste genau diese Mittelabzüge und damit die Schließung erst aus. Sollten Bewerter auf Empfehlungen verzichten?

Es wäre keine Generallösung, wenn Ratingagenturen auf konkrete Empfehlungen verzichten würden. In extremen Situationen, wo der Markt durch die Schließung bei DB Real Estate angeschlagen war, sollten sie aber vorsichtig agieren.

Reagieren verschiedene Anleger nicht unterschiedlich auf Ratings und Empfehlungen?

Ein institutioneller Investor kann ein Rating und damit ein Urteil über die Managementqualität und die Finanzstärke eines Fonds besser interpretieren als ein Privatinvestor. Das Rating ist zudem eine Langfristbenotung, ein Urteil nach dem Schema Kaufen, Halten oder Verkaufen dagegen kürzerfristig.

Passt das noch zur Immobilienanlage?

Genau hier liegt der kritische Punkt. Ein offener Immobilienfonds ist keine liquide Anlage wie eine Aktie – obwohl das System bisher so konstruiert war. Diese Überlegung liefert ein gutes Argument für börsengehandelte Immobilienaktien. Die so genannten Reits hätten nie Liquiditätsprobleme. Ich glaube nicht, dass die Kunden in den aktuellen Fällen Verständnis für die Fondsschließungen haben, sonst hätten sie auch einen geschlossenen Fonds kaufen können.

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