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24.11.2011

20:07 Uhr

DWS-Fonds

Vom Überflieger zum Mittelmaß

VonIngo Narat

Die Deutsche Bank will sich von Teilen ihres Asset-Managements trennen. Die Fondstochter DWS will das Geldhaus allerdings noch nicht ziehen lassen - obwohl der einstige Anleger-Liebling bestenfalls noch Mittelmaß ist.

Gebäude der DWS: Die Tochter der Deutschen Bank hat einige Strategiewechsel hinter sich. PR

Gebäude der DWS: Die Tochter der Deutschen Bank hat einige Strategiewechsel hinter sich.

FrankfurtDie Deutsche Bank prüft den Verkauf von Teilen ihres Asset-Managements. Das sagt sie ganz offiziell. An ihrer Fondstochter, der DWS, hält sie allerdings fest. Noch zumindest. Aber auch hier gibt es Probleme. „Die Fonds schwächeln“, sagt André Härtel, Fondsanalyst bei Feri Eurorating. Im Schnitt sind die Leistungen sogar auf einem Tiefpunkt.

In der Feri-Auswertung für das Handelsblatt zeigt der Trend kontinuierlich nach unten. Noch vor einigen Jahren waren rund zwei Drittel der Produkte mit „gut“ benotet, das heißt, sie lieferten im Vergleich zu Konkurrenzprodukten und dem Vergleichsindex eine gute Rendite. Zum Ende Oktober hat sich diese Erfolgsquote fast halbiert . „Die Leistung hat sowohl bei Aktienfonds als auch bei Anleihefonds nachgelassen“, urteilt Härtel. Im Leistungsranking der Anbieter steht die DWS jetzt auf Platz 15. In früheren Jahren hatte sie meist einen Platz unter den Top 3 abonniert.

Star-Manager Klaus Kaldemorgen kämpft um Rendite

Feri steht nicht allein. Auch die Ratingagentur Morningstar weist auf die Defizite bei der weltweit 157 Milliarden Euro verwaltenden DWS hin. „Bei den Aktien laufen die Europaprodukte und die globalen Fonds nicht besonders“, sagt Morningstar-Analyst Simon Nöth. Auf der Anleiheseite ist die DWS seiner Meinung nach wenig konstant. „Einbruch 2008, erholt 2009, danach und bis heute kaum überzeugend“, urteilt er.

Auch der einstige Star-Manager und zeitweilige DWS-Deutschland-Chef Klaus Kaldemorgen liegt mit der Wertentwicklung seiner Produkte zurück. Die Flaggschiffe DWS Vermögensbildungsfonds I und Akkumula hinken ihren Vergleichsindizes hinterher. „Auch Klaus Kaldemorgen hat Probleme“, sagt Härtel.

Die DWS hat in den vergangenen Jahren mehrere Strategiewechsel und Wechsel ihrer Führungskräfte hinter sich. Seit Jahresanfang führt Wolfgang Matis aus der Deutschen Bank die DWS. Er löste Klaus Kaldemorgen ab. Was die künftige Strategie angeht, hat Matis sich bisher eher bedeckt gehalten. „Im nächsten Jahr wird er offensiver nach draußen gehen“, sagt ein Deutsch-Banker.

In der jüngsten Zeit hat der Chefstratege der DWS, Asoka Wöhrmann, die Zügel bei den Fondsmanagern angezogen. Die Fondsmanager agieren jetzt eher defensiver als in früheren Zeiten. Skeptiker sprechen sogar von einer „Entmachtung der aktiven Manager“, von einem „massiven Eingriff in das Erbgut der DWS“.

Kommentare (1)

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BankersTrust

25.11.2011, 06:25 Uhr

Die Deutsche Bank lernt gerade daß die unprofessionellsten Manager aus dem anglo-amerikanischen Raum kommen. Ebenso die schlechtesten Strategien. Schafft es die Bank sich auf ihre kontinentaleuropäischen Stärken zu besinnen und diese zu nutzen wird auch eine DWS erheblich profitieren.

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