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30.04.2014

12:10 Uhr

DWS-Fondsmanager Tim Albrecht

„Man darf nicht den Helden spielen“

VonJörg Hackhausen

Lange war Tim Albrecht ein Optimist. Das hat sich geändert. Im Interview erklärt der Fondsmanager der DWS, warum er vorsichtiger ist, welche Warnsignale er sieht und warum Eon und RWE keine Dividende zahlen sollten.

Tim Albrecht: „Es geht nicht darum, der Beste zu sein, wenn es aufwärts geht.“

Tim Albrecht: „Es geht nicht darum, der Beste zu sein, wenn es aufwärts geht.“

Tim Albrecht verwaltet einen der größten Fonds für deutsche Aktien, den DWS Deutschland. Der Fonds kommt auf ein Volumen von 4,33 Milliarden Euro. Albrecht investiert vor allem in die Schwergewichte am deutschen Aktienmarkt. Im vergangenen Jahr hat sein Fonds um rund 30 Prozent zugelegt. In diesem Jahr kommt er - so wie der Dax - bislang nicht vom Fleck.

Herr Albrecht, in den vergangenen Jahren ging es für deutsche Aktien fast nur nach oben. Sie hatten einen einfachen Job, oder?
Das klingt im Nachhinein so. Aber ich erinnere mich an schwierige Diskussionen. Es gab viele Skeptiker, die vor dem nächsten Einbruch warnten. Vor einem Jahr haben wir gesagt, dass der Dax über 9000 Punkte steigt - und standen damit ziemlich alleine da.

Die 9000-Punkte-Marke hat der Dax geschafft. Seitdem geht nicht mehr viel. Was ist noch drin?
Die Lage hat sich etwas geändert. Wir halten Aktien weiterhin für eine gute Wahl, aber nicht um jeden Preis. Wir sind vorsichtiger geworden. 

Das klingt nicht mehr nach großem Optimismus.
Man darf hier nicht den Helden spielen. Es geht nicht darum, der Beste zu sein, wenn es aufwärts geht. Es ist viel wichtiger, in schwierigeren Zeiten das Geld zusammenzuhalten.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Geht dem Dax nach der langen Rally die Luft aus?
Wir vermuten, dass sich der nervöse Zickzack-Kurs, den wir seit Anfang des Jahres haben, bis in den Spätsommer fortsetzen wird. Am Ende des Jahres könnte es dann wieder etwas aufwärts gehen.

Was heißt das unter dem Strich?
Es wird wahrscheinlich ein durchschnittliches Aktienjahr. Wenn der Dax am Ende bei gut 10.000 Punkten steht, können wir zufrieden sein. 

Die Zeit der großen Kursgewinne scheint erst mal vorbei zu sein. Ihr Fonds hat in diesem Jahr auch noch nichts gewonnen.
Die Aktienkurse sind schneller gestiegen als die Unternehmensgewinne. Dadurch sind die Bewertungen höher geworden. Weitere Kursanstiege sind davon abhängig, ob die Unternehmen in der Lage sind, ihre Gewinne zu steigern.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

30.04.2014, 12:19 Uhr

Handcreme auflegen und ein vernüftiges Makeup: und schon hat man was zu sagen.

Account gelöscht!

30.04.2014, 12:27 Uhr

EON ea spielen nicht Helden: die überlegen nur, wer Fukushima bezahlen soll, weil TEPCO das alleine nicht zu bezahlen vermag.

Account gelöscht!

30.04.2014, 14:20 Uhr

abenomics: how to pay GE further.

das war wohl alles.

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