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02.01.2012

15:22 Uhr

Edouard Carmignac

Fonds-Ikone prophezeit ein weiteres schweres Jahr

VonTanja Kuchenbecker

Er gehört zu den größten Mischfonds Europas – und sein Name ist Programm. Patrimoine, das Erbe, heißt der Fonds des französischen Vermögensverwalters Edouard Carmignac. Der will nicht zocken, sondern Vermögen sichern.

Edouard Carmignac ist Gründer der Investmentgesellschaft Carmignac Gestion und managet selbst einen 20 Milliarden schweren Mischfonds. Pressebild

Edouard Carmignac ist Gründer der Investmentgesellschaft Carmignac Gestion und managet selbst einen 20 Milliarden schweren Mischfonds.

ParisEdouard Carmignac ist ein Mann von ganz eigenem Stil. Statt im modernen Geschäftszentrum La Défense hat der Franzose seine Büros mitten in Paris an der vornehmen Place Vendôme. Gegenüber vom Luxushotel Ritz residiert sein Investmenthaus Carmignac Gestion – und sitzt dort buchstäblich auf Millionen. Denn die Carmignac-Büros liegen gleich über der Boutique des Edel-Juweliers Van Cleef & Arpels. So edel und gediegen wie dort sieht es auch bei dem 64-jährigen Vermögensverwalter aus: Parkett und schwarze Teppiche am Boden, goldener Stuck an den Decken, dazu viel Kunst an den Wänden: Carmignac ist Sammler, liebt Pop Art und Andy Warhol.

Seine Geschäftsräume scheinen so gar nicht in die derbe Welt der Börse zu passen. Dabei befindet sich hier die Schaltzentrale des mit 20 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen zu den größten Mischfonds Europas gehörenden Carmignac Patrimoine A, den Edouard Carmignac 1989 ins Leben gerufen hat. Wie sein Name – Patrimoine (Erbe) – verheißt, hat es sich der Fonds zur Aufgabe gesetzt, das Vermögen der Anleger sicher durch stürmische Zeiten zu steuern. „Unser Ziel ist nicht möglichst rasches, sondern stetiges Wachstum“, lautet Carmignacs Devise.

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Bei der Beurteilung der internationalen Finanzwelt kommt ihm seine kosmopolitische Karriere zugute. Der in Paris geborene Unternehmensgründer, Sohn eines Diplomaten, ist in Peru aufgewachsen, auf britische Schulen gegangen, hat in Paris Wirtschaft studiert und einen MBA von der New Yorker Columbia University. Erst war er bei der Brokergesellschaft Hamant & Cie, dann gründete er 1989 sein eigenes Investmenthaus.

Dabei ist der Kosmopolit nicht allein in der Welt der Finanzen zu Hause. Neben Kunst interessiert er sich für Musik – er ist Fan von Mick Jagger – und Sport. Wenn es seine Zeit erlaubt, trainiert er im Sportclub des Ritz, überdies spielt er schon lange Polo. Seine Vielseitigkeit trägt zu seinem Ruf bei, ein eher ungewöhnliches Mitglied im Club der Herren des Geldes zu sein.

Der bankunabhängige Vermögensverwalter machte sich aber vor allem einen Namen, weil er bewies, dass er auch in rauen Börsenzeiten mit Aktien Geld verdienen kann. Das war sogar im Krisenjahr 2008 der Fall. Alle reden seitdem über ihn, er selbst aber sagt wenig. Meist lässt er einen Mitarbeiter sprechen. Zum Beispiel Didier Saint-Georges, eines der Mitglieder des Investmentkomitees, der über den Carmignac Patrimoine A sagt: „Wir haben seit 1989 eine durchschnittliche Rendite von neun Prozent im Jahr erwirtschaftet.“ In den vergangenen drei Jahren waren es im Schnitt 8,5 Prozent.

Kommentare (13)

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sauteuereProdukte

02.01.2012, 16:10 Uhr

Dieser Fonds kassiert vorallem übersatte Gebühhhhhreeen!!!
So kann man sich eine Bürozentrale in Paris gegenüber dem Ritz auf Kosten der hoffenden Anleger mit Fitness dazwischen im Ritz, wo Hemingway noch sein Buch "Der alte Mann und das Meer" schrieb, leisten. Ehrlich wirkt seine "Prognose-schwierig" für 2012. Mit Futures und Optionen hebelt er selbst die Märkte und ist einer der Mitverursacher der Finanzmärkte.

Gier

02.01.2012, 16:14 Uhr

Sauteure Produkte!!! Mehr als 10Prozent Kosten zum alljährlichen Ausgabeaufschlag ermöglichen einen Unternehmenssitz gegenüber Ritz Paris, wo Hemingway noch "Der alte Mann und das Meer" schrieb und man heute bei Zeit ins Fitness geht. Leute kauft das Gerümpel von Gier und Gier und nochmals Gier - nicht. Der Fonds muss jährlich das 2,5fache erwirtschaften, um im ersten Jahr auf break-even zu sein!! Und: er sagte es doch selbst: Nestle. Defensiv. Reicht auch. Also, einfach den Schweizer kaufen. Ohne diese enormen Zusatzkosten. Oder: CocaCola!

Freygeist

02.01.2012, 17:33 Uhr

Ach nee, dieses Mal also eine Ikone, eine sprechende Ikone.
Das scheint was Besseres zu sein, als die hier üblicherweise zitierten Experten. Ach so, da gibt es noch die Gurus.
Gibt es eine Liste, aus der man die Wichtigkeit entnehmen kann?
Nachdem die Formalität geklärt ist, nun zu den harten Fakten:
Die Ikone hat auch die Fähigkeit in die Zukunft zu sehen, zumindest wurde das Wort "prophezeit" in die Headline eingebaut. Boa! Zudem steht da etwas von einem weiteren schweren Jahr. Tja, welches Jahr war schon leicht? Das hört sich an, wie einer dieser Sprüche in einem Horoskopen.

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