Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.01.2010

17:43 Uhr

Eingefrorenes Kapital

Anleger als Geiseln der Hedge-Fonds

Hedgefonds haben 2009 wieder hohe Renditen erwirtschaftet. Dennoch kämpft die Branche noch immer mit einigen Altlasten aus der Finanzkrise. Viele Fonds erlauben ihren Investoren noch immer nicht, ihr Anlagekapital abzuziehen. Das sorgt für Unmut: Viele Investoren fühlen sich als Geiseln.

Viele Hedge-Fonds wie die New Yorker Firmen Harbinger Capital und D.E. Shaw erlauben ihren Investoren noch immer nicht, ihr Anlagekapital abzuziehen. ap

Viele Hedge-Fonds wie die New Yorker Firmen Harbinger Capital und D.E. Shaw erlauben ihren Investoren noch immer nicht, ihr Anlagekapital abzuziehen.

NEW YORK. In den vergangenen Monaten haben Hedge-Fonds weltweit zwar eine rasante Erholung hingelegt. Dennoch kämpft die Branche noch immer mit einigen Altlasten aus der Finanzkrise.

Auch nach einem der - gemessen an den Renditen - besten Jahre überhaupt, erlauben viele Hedge-Fonds ihren Investoren noch immer nicht, ihr Anlagekapital abzuziehen. Laut einer Schätzung von Credit Suisse/Tremont müssen Hedge-Fonds, darunter so bekannte Namen wie D.E. Shaw und Harbinger Capital, ihren Anlegern insgesamt noch immer rund 77 Milliarden Dollar zurückzahlen - Gelder, die während der Finanzkrise von den Hedge-Fonds eingefroren worden waren, um weitere Verluste durch Notverkäufe zu verhindern.

"Wir beanstanden nicht die Illiquidität, aber wir stören uns daran, dass einige Hedge-Fonds-Manager die Situation missbrauchen und die Investorengelder regelrecht wie Geiseln halten, um Gebühren zu generieren", sagt Jason Papastavrou von ARIS Capital Management. Die Vermögensverwaltung wartet noch auf 155 Millionen Dollar, die sie bei verschiedenen Hedge-Fonds angelegt hatte, bevor diese 2008 Abzugsbeschränkungen einführten.

Ende 2009 waren von dem gesamten Anlagekapital der Hedge-Fonds von 1,5 Billionen Dollar noch immer rund 5,5 Prozent verfügungsbeschränkt für die Anleger. Allerdings bessert sich die Lage. Ende 2008 hatte der Anteil der eingefrorenen Gelder noch bei 11,6 Prozent des Anlagevolumens gelegen.

"Ich habe zwar Sympathien für Fondsmanager, die im Oktober und November 2008 Vermögenswerte nicht verkaufen konnten, weil kaum Interessenten zu finden waren", sagt Michael Rosen, Chief Investment Officer beim Vermögensberater Angeles Investment Advisors. "Mehr als zwölf Monate später gibt es aber keine Ausreden mehr."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×