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28.07.2012

13:50 Uhr

ETC-Produkte

Bedingter Pleiteschutz bei Rohstoffzertifikaten

VonGeorgios Kokologiannis

Auch vermeintlich ausfallsichere Edelmetallfonds sind nichts anderes als spezielle Zertifikate. Und die gibt es nicht ohne Risiko.

Mehr als 20 Milliarden Euro steckten Anleger mittlerweile in besicherte Rohstoffprodukte. dpa

Mehr als 20 Milliarden Euro steckten Anleger mittlerweile in besicherte Rohstoffprodukte.

FrankfurtGerade Rohstoffinvestitionen gelten vielen vorsichtigen Anlegern als Absicherung gegen drohende Extremszenarien wie Hyperinflation, Währungsschnitte, Staatspleiten oder gar den völligen Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems. Insbesondere Edelmetalle sind beliebt. Wer keine Münzen unterm Kopfkissen oder Barren im Keller bunkern will, kann sich zwar alternativ einfach Rohstoffzertifikate ins Depot legen.

Doch vielen ist das wegen des Emittentenrisikos zu unsicher. „Für diese Investoren kommen Rohstoffzertifikate dann grundsätzlich nicht infrage", sagt Anouch Wilhelms, Derivate-Experte der Commerzbank. Diese Anleger weichen zunehmend auf börsengehandelte Rohstoff-Fonds aus, auf Exchange Traded Commodities (ETCs).

Genau genommen handelt es sich dabei aber nicht um Fonds, sondern um ganz spezielle Zertifikate. Wie Indexfonds, also Exchange Traded Funds (ETF), die sich bereits seit Jahren wachsender Beliebtheit erfreuen, ermöglichen auch ETCs, einfach und kostengünstig in eine Vielzahl von Märkten zu investieren. "Aber da hören die Gemeinsamkeiten schon auf", sagt Sasha Perovic, Analyst der Ratingagentur Scope.

„Der wichtigste Unterschied: ETCs sind rechtlich gesehen keine Sondervermögen und damit nicht frei von Ausfallrisiken im Falle einer Insolvenz des Emittenten." Bei ETCs handele es sich - ähnlich wie bei herkömmlichen Zertifikaten - um spezielle Anleihen, die grundsätzlich mit einem Ausfallrisiko behaftet seien, erklärt Perovic.

„Um die Gefahr zu verringern, werden ETCs im Gegensatz zu normalen Zertifikaten in der Regel aber besichert", erklärt Commerzbank-Experte Wilhelms. Sicherer als herkömmliche Zertifikate. So könne ein Emittent dieser börsengehandelten Rohstoffprodukte bei einem Treuhänder für das betreffende Wertpapier Anleihen von Schuldnern mit hoher Bonität als Sicherheit hinterlegen - zum Beispiel Bundesanleihen.

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