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11.05.2015

15:12 Uhr

ETF auf deutsche Aktien

Anleger pumpen 570 Millionen Euro in Dax-ETFs

Die Anleger lassen sich von der Achterbahnfahrt des Dax nicht beirren. Sie vertrauen auf den Leitindex und investieren in der ersten Mai-Woche rund 570 Millionen Euro in Dax-ETFs. Analysten halten das für eine gute Idee.

Die Indexfonds bleiben trotz der Achterbahnfahrt des Leitindex beliebt. dpa

Dax-ETFs

Die Indexfonds bleiben trotz der Achterbahnfahrt des Leitindex beliebt.

In der vergangenen Woche steckten Käufer mehr als 570 Millionen Euro in einen börsengehandelten Fonds mit diesen Aktien – genau als der Leitindex Dax den stärksten Zuwachs seit einem Monat verzeichnete. Darüber hinaus zeigen Options-Daten, dass die Händler auf weitere Kursgewinne wetten: Der am meisten gehaltene Terminkontrakt setzt auf einen Zuwachs von 2,5 Prozent bis Juni.

Nach ihrem höchsten Monatsverlust seit Juli weisen die deutschen Aktien im Verhältnis zu europäischen Titeln die niedrigsten Bewertungen in diesem Jahr auf. Der Rückgang bietet einen guten Einstiegspunkt in deutsche Unternehmen, meint Didier Duret von der Vermögensverwaltungssparte von ABN Amro Bank. Seit Jahresbeginn haben Ökonomen die Wachstumsprognosen für Deutschland jeden Monat angehoben, was deutsche Aktien attraktiver macht.

ETFs versus Investmentfonds

Rechtsform

ETF: Sondervermögen. Es ist das Kapital, welches der Anleger seiner Investmentgesellschaft gegen die Ausgabe von Anteilsscheinen überlässt. Dadurch ist dieses Geld klar von den anderen Vermögenswerten der Gesellschaft getrennt und selbst vor dem Zugriff der Gläubiger im Insolvenzfall geschützt.

Investmentfonds: ebenfalls Sondervermögen

Erwerb

ETF: ETFs werden an der Börse gehandelt. Sie müssen, anders als normale Investmentfonds, nicht bei einer Investmentgesellschaft erworben werden. Weil sie an der Börse gehandelt werden, wird der Nettoinventarwert des Sondervermögens fortlaufend veröffentlicht.

Investmentfonds: Ein normaler Investmentfonds muss bei der Kapitalanlagegesellschaft physisch erworben werden. Diese gibt den Anlegern im Gegenzug ein Zertifikat und verwaltet das Kapital im eigenen Namen auf gemeinschaftliche Rechnung der Anleger.

Liquidität

ETF: ETFs sind deshalb beliebt, weil sie eine hohe Liquidität aufweisen und problemlos ganztägig an der Börse gehandelt werden können.

Investmentfonds: Anders als ETFs ist es nicht so leicht, einen normalen Investmentfonds zu verkaufen. Die Liquidität ist niedrig, verkauft wird einmal täglich zum Nettoinventarwert.

Transparenz

ETF: Das ETF-Sondervermögen muss täglich veröffentlicht werden.

Investmentfonds: Im Unterschied dazu ist die Transparenz der meisten Investmentfonds gering, veröffentlicht wird nur im Jahres- beziehungsweise Halbjahresbericht.

Gesamtkosten

ETF: ETFs werden passiv verwaltet, die Kosten sind niedrig.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds dagegen verwaltet ein Manager das Fondsvermögen und verfolgt eigene Strategien. Das kostet die Anleger unter Umständen mehr Gebühren.

Ausgabeaufschlag

ETF: Der Ausgabeaufschlag ist ein Aufgeld, das auf den Nennwert eines Wertpapieres erhoben wird. Bei ETFs entfällt er.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds kann der Aufschlag dagegen bis zu fünf Prozent des Net Asset Value, des Anteilswertes, betragen.

Verwaltungsgebühr

ETF: Die ETF-Verwaltungsgebühr ist niedrig und beträgt zwischen 0,05 und 0,75 Prozent pro Jahr.

Investmentfonds: Für Investmentfonds müssen Anleger dagegen hohe Gebühren zahlen, bis zu zwei Prozent pro Jahr plus weitere Fondsgebühren.

Wertpapierprovision

ETF: Wertpapierprovision wird bei ETFs für deren Kauf und Verkauf erhoben.

Investmentfonds: Beim Investmentfonds entfällt sie

„Die Bewertungen haben während der Korrektur nachgelassen, das ist also eine gute Sache“, erklärte Duret in Amsterdam. „Deutschland bleibt die Wachstumslokomotive Europas. Wer auf Fundamentaldaten handelt, sollte jetzt kaufen.“

Der Dax hatte in diesem Jahr bis zu seinem Allzeithoch am 10. April um 26 Prozent zugelegt, bevor er bis zum 5. Mai im Zuge der Euro-Erholung wieder 8,5 Prozent einbüßte. Die wieder erstarkende Gemeinschaftswährung hatte die Besorgnis geschürt, dass deutsche Exporteure unter der Aufwertung leiden könnten.

In seinen Spitzenzeiten lag die Bewertung des Leitindex' gemessen an den Gewinnen seiner Mitglieder auf einem Fünfjahreshoch. Am Freitag war das Bewertungsniveau wieder auf das 14,9-Fache gefallen und lag damit rund sechs Prozent unter dem Vielfachen für den Euro Stoxx 50 Index.

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