Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2015

11:50 Uhr

ETF auf iranische Aktien

Hoffnung auf ausländische Investoren

Noch erschweren internationale Sanktionen ein Investment im Irak. Dies könnten jedoch noch in diesem Jahr aufgehoben werden. Ein Fonds-Anbieter ruft den ersten Iran-ETF ins Leben und hofft auf neue Geldströme.

Die Sanktionen gegen den Iran könnten noch in diesem Jahr aufgehoben werden. Dann könnten iranische Aktien und Fonds neuen Zulauf bekommen. dpa

Die Sanktionen gegen den Iran könnten noch in diesem Jahr aufgehoben werden. Dann könnten iranische Aktien und Fonds neuen Zulauf bekommen.

LondonMit der Auflage des ersten börsenhandelbaren Indexfonds (ETF) für Aktien aus dem Iran setzt dessen Anbieter auf wachsendes Anlegerinteresse an dem Land. Die Aufhebung der jahrelangen westlichen Sanktionen rückt laut Beobachtern näher.

Turquoise Partners Group hat sich die Genehmigungen für seinen Turquoise TSE 30 Iran Index ETF gesichert, der den Leitindex der Börse Teheran, den TSE 30 aus den wichtigsten Aktien dieses Ölexporteurs, abbildet. Das teilte das Unternehmen jetzt mit. Die Einwerbung von Investments hat demnach am 27. Januar begonnen und der ETF soll in Teheran handelbar sein.

Zwar ist es Ausländern nicht verboten, im Iran auf dem Finanzmarkt zu investieren, aber die internationalen Sanktionen verhindern derzeit die Geldströme und haben bislang die Auflage instititutioneller Fonds verhindert, wie der Ökonom Charles Robertson von Renaissance Capital erklärte.

ETFs versus Investmentfonds

Rechtsform

ETF: Sondervermögen. Es ist das Kapital, welches der Anleger seiner Investmentgesellschaft gegen die Ausgabe von Anteilsscheinen überlässt. Dadurch ist dieses Geld klar von den anderen Vermögenswerten der Gesellschaft getrennt und selbst vor dem Zugriff der Gläubiger im Insolvenzfall geschützt.

Investmentfonds: ebenfalls Sondervermögen

Erwerb

ETF: ETFs werden an der Börse gehandelt. Sie müssen, anders als normale Investmentfonds, nicht bei einer Investmentgesellschaft erworben werden. Weil sie an der Börse gehandelt werden, wird der Nettoinventarwert des Sondervermögens fortlaufend veröffentlicht.

Investmentfonds: Ein normaler Investmentfonds muss bei der Kapitalanlagegesellschaft physisch erworben werden. Diese gibt den Anlegern im Gegenzug ein Zertifikat und verwaltet das Kapital im eigenen Namen auf gemeinschaftliche Rechnung der Anleger.

Liquidität

ETF: ETFs sind deshalb beliebt, weil sie eine hohe Liquidität aufweisen und problemlos ganztägig an der Börse gehandelt werden können.

Investmentfonds: Anders als ETFs ist es nicht so leicht, einen normalen Investmentfonds zu verkaufen. Die Liquidität ist niedrig, verkauft wird einmal täglich zum Nettoinventarwert.

Transparenz

ETF: Das ETF-Sondervermögen muss täglich veröffentlicht werden.

Investmentfonds: Im Unterschied dazu ist die Transparenz der meisten Investmentfonds gering, veröffentlicht wird nur im Jahres- beziehungsweise Halbjahresbericht.

Gesamtkosten

ETF: ETFs werden passiv verwaltet, die Kosten sind niedrig.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds dagegen verwaltet ein Manager das Fondsvermögen und verfolgt eigene Strategien. Das kostet die Anleger unter Umständen mehr Gebühren.

Ausgabeaufschlag

ETF: Der Ausgabeaufschlag ist ein Aufgeld, das auf den Nennwert eines Wertpapieres erhoben wird. Bei ETFs entfällt er.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds kann der Aufschlag dagegen bis zu fünf Prozent des Net Asset Value, des Anteilswertes, betragen.

Verwaltungsgebühr

ETF: Die ETF-Verwaltungsgebühr ist niedrig und beträgt zwischen 0,05 und 0,75 Prozent pro Jahr.

Investmentfonds: Für Investmentfonds müssen Anleger dagegen hohe Gebühren zahlen, bis zu zwei Prozent pro Jahr plus weitere Fondsgebühren.

Wertpapierprovision

ETF: Wertpapierprovision wird bei ETFs für deren Kauf und Verkauf erhoben.

Investmentfonds: Beim Investmentfonds entfällt sie

„Wenn die Sanktionen gegen den Iran erst einmal aufgehoben werden, was bereits in diesem Jahr beginnen könnte, dann könnten Geldströme in dieses Land fließen“, stellte Robertson auf Nachfrage fest. Die 420 an der Tehran Stock Exchange gelisteten Unternehmen haben 2014 rund 21 Prozent verloren, und damit das erste Jahr seit 2008 mit einem Minus abgeschlossen.

Turquoise setzt auf vermehrte Spekulationen ausländischer Investoren auf ein Ende der Sanktionen gegen den Iran. Ministerpräsident Hassan Rouhani könnte ein Ende der Sanktionen gegen sein Land wegen des Atomprogramms herbeiführen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×