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13.07.2016

18:09 Uhr

ETF-Dachfonds

Vernichtendes Urteil

VonAnke Rezmer

ETF-Dachfonds halten oft nicht, was sie versprechen: Preiswert zu sein und eine professionelle Vermögensverwaltung bieten, die Mehrwert gegenüber Marktrenditen bringt. Fondsanalysten fällen ein negatives Urteil.

Hongkongs Innenstadt: Aktien aus Fernost spielen eine immer wichtigere Rolle in vielen Investmentfonds. Reuters

Eine Einkaufsstraße im Herzen Hongkongs

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FrankfurtDer Mix macht‘s nicht immer. Jedenfalls offenbar nicht im Fall von Fonds, die auf ETF setzen. Die Manager solcher ETF-Dachfonds investieren nicht nur einfach in günstige, klar strukturierte Indexfonds. Die Profis stellen für Anleger auch die Anlageklassen zusammen. Und seit die Briten mit ihrem Votum für einen Brexit die Finanzmärkte schockten, haben sich diverse dieser Fonds relativ stabil gehalten, wie Anbieter hervorheben.

Allerdings schwanken die meisten der 123 Fonds am Markt über einen längeren Zeitraum im Durchschnitt meist stärker im Wert als ihre Börsenvergleichsindizes, wie die Analysten Ali Masarwah und Michael Haker vom Fondsratinghaus Morningstar für die ebenfalls recht bewegten vergangenen drei Jahre berechnen. So weisen ETF-Dachfonds mit spekulativer Strategie – also relativ hohem Aktienanteil – eine Volatilität von gut einem Zehntel auf, der Vergleichsindex gut neun Prozent.

Fonds mit flexibler Strategie schwankten mit 9,3 Prozent sogar um gut ein Drittel mehr als der Index. Nur konservative ETF-Dachfonds, die einen eher hohen Anleiheanteil und eine relativ geringe Aktienquote besitzen, schwankten mit gut vier Prozent etwas weniger als ihr Vergleichsindex.

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Was aber schwerer wiegt: Die vermeintlich günstigen Rundum-Sorglos-Pakete sind oft weder billig noch frei von Risiken, die der Mensch – also hier der Fondsmanager – verursacht. „Doppelt enttäuschend“, lautet denn auch das Urteil der Morningstar-Analysten.

Die Dachfonds mit börsengehandelten Indexfonds ETF kosten teilweise so viel wie aktive, von Fondsmanagerhand gemanagte Produkte. Im Durchschnitt sind es knapp zwei Prozent pro Jahr an laufenden Gebühren. Dabei gilt nach Analyse von Morningstar: Je höher der Aktienanteil, desto höher sind auch die Gebühren. Von diesen Gebühren wird nicht nur der Fondsmanager, sondern auch der Vertrieb entlohnt.

Außerdem bilden diese Fonds nicht schlicht den Markt ab, wie es der Name ETF suggeriert. Der Dachfondsmanager gibt der Strategie seine Note durch persönliche Gewichtungen oder bestimmte Trends, die er spielt. Da können Extra-Chancen auf Kursgewinne winken, wenn es gut läuft. Wenn es schlecht läuft, lauern aber auch zusätzliche Risiken.

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