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25.07.2012

13:53 Uhr

EU-Finanzaufsicht

ESMA lässt ETFs an der langen Leine

Die EU-Finanzaufsicht ESMA verzichtet auf eine strenge Regulierung von ETFs. Es fehlt weiterhin an verbindlichen Regeln. Zudem ist die ESMA bei der Formulierung der Richtlinien der Branche stark entgegen gekommen.

Die ETF-Branche konnte mit ihren Bedenken bei der ESMA Gehör finden. dapd

Die ETF-Branche konnte mit ihren Bedenken bei der ESMA Gehör finden.

FrankfurtDie endgültigen Richtlinien für börsennotierte Indexfonds (ETFs) der EU-Finanzaufsicht ESMA stellen die ETF-Branche vor keine nennenswerten Herausforderungen. Denn die Behörde hat die Bedenken der Anbieter, welche in den vergangenen Monaten aufgekommen waren, in ihren am Mittwoch veröffentlichen Richtlinien weitestgehend berücksichtigt. Zudem sind alle Regeln als Vorschläge formuliert, so dass Abweichungen möglich bleiben.

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) schlägt unter anderem vor, dass alle börsennotierten Indexfonds das Kürzel ETF im Namen tragen. Das ist in der Branche bislang schon weit verbreitet, nur wenige Anbieter wie ETFlab verzichten darauf.

Ob ein Fonds seinen Basisindex über Swap-Derivate abbildet oder indem er die entsprechenden Wertpapiere im Portfolio hält, muss nach dem Willen der ESMA zufolge auch weiterhin nicht am Namen des Fonds erkennbar sein. Denn der Behörde zufolge wäre dies schwer umsetzbar gewesen. Vor allem Anbieter Swap-basierter ETFs, deren Produkte bei einigen Experten als riskanter gelten, waren gegen eine Kennzeichnungspflicht Sturm gelaufen.

Weiterhin empfiehlt die ESMA, dass Erträge aus Zusatzgeschäften wie der Wertpapierleihe ETFs und anderen Fonds vollständig zufließen, abzüglich der Kosten des Portfoliomanagements. Bislang verwenden die Anbieter die entsprechenden Erlöse unterschiedlich, so dass auch die Anleger in unterschiedlichem Maße davon profitieren.

Die Wertpapierleihe ist nicht nur unter ETFs, sondern unter allen Investmentfonds weit verbreitet. Dabei händigen die Fonds Wertpapiere aus ihren Portfolios gegen Gebühr vorübergehend an andere Marktteilnehmer aus. Über diese Gebühren erzielen sie Zusatzerträge. Fällt aber derjenige aus, der die Papiere entliehen hat, kommt der Fonds unter Umständen nur schwer wieder an sein Eigentum. Das kann zulasten der Wertentwicklung gehen.

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