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30.11.2011

12:33 Uhr

EU-Finanzaufsicht ESMA

Regulierung von ETFs wird verschoben

Verschärfte Regeln für börsennotierte Indexfonds (ETFs) wird es dieses Jahr nicht mehr geben. Die EU-Finanzaufsicht ESMA will Anfang 2012 entsprechende Vorschläge veröffentlichen, später als geplant.

Zum ersten Mal seit dem Start der ersten ETFs dürfte ein Jahr mit einem Minus enden. gms

Zum ersten Mal seit dem Start der ersten ETFs dürfte ein Jahr mit einem Minus enden.

FrankfurtDie EU-Finanzaufsicht ESMA wird neue Regeln für börsennotierte Indexfonds (ETFs) und andere Investmentfonds später als ursprünglich geplant vorlegen. Anfang 2012 werde seine Behörde entsprechende Vorschläge veröffentlichen, sagte ESMA-Chef Steve Maijoor auf einer Konferenz des europäischen Fonds-Dachverbandes EFAMA in Brüssel. Anschließend sollen Branchenvertreter Gelegenheit haben, dazu Stellung zu nehmen.

Ende September hatte Maijoor noch Ende 2011 als Zieldatum für neue Regulierungsvorschläge vonseiten der ESMA genannt. „Wir werden unsere Richtlinien veröffentlichen, bevor das Jahr zu Ende ist“, hatte er damals in einem Interview mit Reuters gesagt.

In den vergangenen Monaten hat die Kritik an ETFs zugenommen. Unter anderem haben die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Internationale Währungsfonds (IWF) und der Finanzstabilitätsrat vor den Risiken durch ETFs für das weltweite Finanzsystem gewarnt. Dabei kritisierten sie vor allem die Wertpapierleihe- und Swap-Derivategeschäfte innerhalb der Produkte. Dadurch sei vielfach kaum nachvollziehbar, welche Risiken bei welchem Marktteilnehmer lägen.

Im Juli hatte die ESMA bekanntgegeben, dass sie ETFs und strukturierte Fonds in der EU anders als bisher regulieren wolle - aus einer Reihe von Gründen. Dazu gehörte, dass Anleger Anteile an ETFs anders als bei klassischen Investmentfonds in der Regel nicht direkt bei den Fondsgesellschaften erwerben. Dadurch erhielten sie nicht immer jene Info-Dokumente, die im Vertrieb anderer Fonds üblich seien. Außerdem seien ETFs und strukturierte Fonds mit anderen Risiken behaftet als andere Fonds. Diesen Punkt führte die ESMA jedoch nicht genau aus. Bis Ende September konnten Branchenvertreter zu den Plänen der Behörde bereits Stellung nehmen und ihre Sicht der Dinge darlegen.

Die neuen ESMA-Regeln sollen vor allem Privatanlegern helfen, komplexe Finanzprodukte besser zu verstehen, sagte Maijoor. Denn immer mehr Privatanleger würden diese nutzen. Kritiker befürchten, dass die europäischen Regulierer sich zu sehr auf ETFs fokussieren werden, so dass diese am Ende strengeren Regeln unterliegen könnten als andere Fonds. Diese Befürchtungen versuchte Maijoor zu zerstreuen. „ESMA will dem Ansatz folgen, Maßnahmen zu ergreifen, die für alle Ucits-Fonds relevant sind, und nur einige Regeln sollen sich speziell auf ETFs beziehen - entsprechend ihrer Eigenschaften.“ Ucits ist eine Fondsrichtlinie, die Investmentfonds innerhalb der Europäischen Union reguliert.

Zu den speziellen ETF-Regeln soll Maijoor zufolge gehören, dass alle börsennotierten Indexfonds anhand ihrer Namen als ETFs erkennbar sind. Zudem seien neue Handelsregeln geplant. Neue Regeln in Bezug auf die Wertpapierleihe würden dagegen mit Blick auf alle Ucits-Fonds entworfen werden. Alle diese Fonds sollen in ihren Prospekten künftig darauf hinweisen, dass sie Wertpapierleihe betreiben. Zudem soll es Regeln dafür geben, welche Wertpapiere als Sicherheiten für diese Geschäfte hinterlegt werden dürfen und inwieweit diese veröffentlicht werden. 

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

30.11.2011, 13:14 Uhr

Das Zocken kann weitergehen!

Mazi

03.12.2011, 11:31 Uhr

Eine seltsame Interpretation von Finanzmarktaufsicht.
Abschaffen, Kosten sparen. Dann wissen wir wenigstens weshalb wir bezahlen.

Institutionen sind nicht deshalb wirkungsvoll, weil sie da sind. Sie sind nur wirkungsvoll in Abhängigkeit mit der Qualität der Leute, die die Funktion besetzen.

Um den Fokus auch einmal auf einen anderen Bereich zu lenken, sei das Bundeskartellamt ins Spiel gebracht. Schauen Sie sich einmal deren Effizienz hinssichtlich der Marktaufsicht im Energiebereich an. Kaum zu glauben, dass diese Ineffizienz aus freien Stücken erfolgen soll. Ob es System hat, sollte jeder für sich bewerten.

Rückblickend betrachtet, muss man feststellen, das war und ist nix.

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