Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2007

13:40 Uhr

Europafonds hängen die Konkurrenz ab

Strikt analytischer Ansatz bringt den Erfolg

VonC. Lindenberg (Der Fonds)

Ein harter Kurs scheint sich auszuzahlen: Zwei Europafonds mit quantitativem Ansatz führen die Bilanz für 2006 klar an. Finter Fund European Equities und Invesco Europa Core Aktienfonds heißen die Spitzenreiter. Die Gründe für den Erfolg sind bei beiden ähnlich.

Bilanz 2006: Europafonds für Standardwerte. Auswertung von 323 Fonds per Ultimo Dezember - Rangfolge: Performance der letzten 12 Monate (Quelle Feri Rating & Research)

Bilanz 2006: Europafonds für Standardwerte. Auswertung von 323 Fonds per Ultimo Dezember - Rangfolge: Performance der letzten 12 Monate (Quelle Feri Rating & Research)

HAMBURG. Für Placido Albanese spielen Emotionen keine Rolle: Der Manager des Finter Fund European Equities berücksichtigt bei der Titelauswahl ausschließlich quantitative Kriterien. Eine Strategie, die sich 2006 auszahlte und dem Europafonds des gleichnamigen Schweizer Bankhauses einen Wertzuwachs von 35,74 Prozent bescherte. Ein besseres Ergebnis schaffte kein anderer der 323 bei Feri Rating & Research gelisteten Europa-Standardwertefonds (siehe Tabelle).

Gegenüber dem Vergleichsindex MSCI Europe schneidet der Finter-Fonds ebenfalls glänzend ab: Gut 15 Prozentpunkte mehr erwirtschaftete Albanese mit seiner Strategie. Sie basiert nicht nur auf der Auswertung von Fundamentaldaten der Unternehmen, sondern auch auf deren relativer Stärke im Vergleich zum Gesamtmarkt ("Momentum").

Dabei weicht der Finter-Manager mitunter deutlich vom Index ab: So ist der Fonds derzeit bei Rohstoffwerten um 18 Prozentpunkte übergewichtet, im Versicherungssektor sind es gut zehn Prozentpunkte. Auch auf Länderebene lässt sich Albanese nicht von der Zusammensetzung des MSCI Europe leiten: Sein Spanien-Anteil etwa ist mit 18 Prozent rund dreimal so groß. Auf der Einzeltitelebene kennt Albanese dagegen keine Vorlieben: Die insgesamt rund 50 Aktien sind stets gleich gewichtet, wobei rund ein Drittel des Fondsvermögens auf mittelgroße Unternehmen entfällt.

Firmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen einer und zwei Milliarden Euro sind auch im Portfolio des 2006 auf Rang zwei abschließenden Invesco Europa Core Aktienfonds vertreten: Derzeit macht ihr Anteil dort rund 20 Prozent aus. Wie Albanese trifft auch Invesco-Manager Michael Fraikin seine Titelauswahl nach einem quantitativen Ansatz. "Für jede Aktie des Anlageuniversums wird ein Attraktivitätswert anhand der vier Indikatoren Gewinnrevisionen, relative Stärke, Management-Verhalten und Bewertung ermittelt", erläutert Fraikin.

Ähnlich wie sein Schweizer Konkurrent führt der Invesco-Manager einen Teil des Erfolgs auf die hervorragende Entwicklung der Salzgitter-Aktie zurück: "Das Unternehmen hat enorm von der hohen Stahlnachfrage aus dem asiatischen Raum profitiert", erklärt Fraikin den um mehr als 100 Prozent gestiegenen Kurs. Derzeit hat er das Unternehmen mit drei Prozent gewichtet. Für 2007 gibt sich der Invesco-Manager nur verhalten optimistisch. So erwartet er, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen in diesem Jahr weiter anheben wird. "Das dürfte die Aktienmärkte voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte beeinträchtigen", glaubt er und erwartet daher lediglich Kurszuwächse im einstelligen Bereich. Einen Anstieg in ähnlicher Größenordnung prophezeit Finter-Manager Albanese, der darüber hinaus mit zunehmenden Schwankungen an Europas Börsen rechnet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×