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27.04.2012

08:43 Uhr

Existenzfrage

SEB lässt Anleger über Immobilienfonds entscheiden

VonReiner Reichel, Anke Rezmer, Anne Wiktorin

Zwei Jahre lang hat der offene Immobilienfonds SEB-Immoinvest keine Anteile seiner Kunden zurückgenommen. Das könnte sich am 7. Mai ändern - und damit gleichzeitig über die Zukunft des Fonds entscheiden.

Der SEB-Immobilienfonds hofft, dass nicht zu viele Anleger Kasse machen wollen. dpa

Der SEB-Immobilienfonds hofft, dass nicht zu viele Anleger Kasse machen wollen.

Düsseldorf/FrankfurtBarbara Knoflach ist für Überraschungen gut: Die Chefin der Fondsgesellschaft SEB Asset Management öffnet am Montag in einer Woche, dem 7. Mai, den gut sechs Milliarden Euro schweren offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest, der seit zwei Jahren keine Anteile seiner Anleger mehr zurückgenommen hat. Das gilt allerdings vorerst nur für diesen einen, einzigen Tag. „Wir wollen damit erreichen, dass unsere Anleger über die Zukunft des Fonds mitentscheiden dürfen“, erklärte Knoflach am Donnerstag auf einer Konferenz.

SEB ImmoInvest: Letztes Rettungsmanöver für offenen Immobilienfonds

SEB ImmoInvest

Letztes Rettungsmanöver

Die Fondsgesellschaft der SEB will einen großen Immobilienfonds doch noch retten.

Wie es nach dem 7. Mai weitergehen wird, hängt davon ab, wie viele Fondsanleger zum Stichtag ihre Fondsanteile abstoßen wollen. Sind es so viele, dass die vorhandenen Barmittel nicht ausreichen, um alle Verkaufsorders zu bedienen, bekommt keiner Geld. „Alle Anleger werden gleich behandelt – entweder alle kommen zum Zug oder keiner“, sagte Knoflach. Nachdem die Finanzaufsicht Bafin die Pläne für den Fonds am vergangenen Dienstag abgesegnet hat, werden die Anleger nun über die Depotbanken informiert, dass sie ihre Fondsanteile am 7. Mai verkaufen oder unter neuen Bedingungen ihre Anteile behalten können. Deren Wert sinkt allerdings um fünf Prozent, weil einige Immobilien, darunter Gebäude am Potsdamer Platz in Berlin, neu bewertet wurden.

Wollen zu viele Anleger Kasse machen, werden die liquiden Mittel von etwa 30 Prozent des Fondsvermögens möglicherweise nicht ausreichen. Die Folge: Der Fonds wird aufgelöst, die Immobilien verkauft und der Erlös nach und nach an die Anleger ausgeschüttet. „Wir sammeln bis zum 7. Mai um 13 Uhr Verkaufsorders, und dann rechnen wir, ob es reicht“, sagte Knoflach.

Bleibt die große Mehrheit der Anleger ihrem Fonds treu, müssen sie andere vertragliche Bedingungen akzeptieren: Statt täglich können sie dann ihre Anteile nur noch einmal jährlich zum 31. März zurückgeben. Das neue Gesetz für offene Immobilienfonds erlaubt im Gegensatz dazu weiterhin tägliche Anteilsverkäufe von bis zu 30.000 Euro im Halbjahr. Knoflach will darauf verzichten, denn es sei extrem schwer geworden, Immobilienanlage und die tägliche Verfügbarkeit miteinander in Einklang zu bringen, sagt sie.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

27.04.2012, 10:04 Uhr

...ich tippe mal auf Nichtbedienung und Abwicklung...

sole

30.04.2012, 13:08 Uhr

Ich lass mein Geld drin und Bau auf Positiven Entwicklung nachdem einige (wenige) ihr Geld abgezogen haben.

@Kleinanleger

02.05.2012, 23:10 Uhr

...wer sein Barvermögen(reservern) hier investiert hat, ohne vorher gewusst zu haben was schlimmstenfals passieren kann, sollte sich retten und aussteigen! ...der kleinanleger hat mal wieder die A...Karte! Bewusst verlust machen....oder Roulette spielen....Klingt nach Erpressung!?!

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