Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2009

15:43 Uhr

Feri-Ranking

Gerling-Fonds rutschen ab

VonIngo Narat

Die Fonds von Ampega Gerling sind tief gestürzt. Nur noch 22 Prozent aller von Feri Eurorating bewerteten Produkte bekommen die Note "gut" oder "sehr gut", nach 52 Prozent vor drei Monaten. Einen Schlag erhielten die Fonds auch durch die Madoff-Betrugsaffäre.

Quelle: dpa

FRANKFURT. "Eine verfehlte Derivatestrategie im Oktober hat Ampega Gerling die gute Platzierung gekostet, der Aktienbereich ist unter Druck gekommen", urteilt André Härtel, Analyst bei Feri Eurorating. Die Ratingagentur erstellt ihre Anbieter-Hitliste quartalsweise auf Basis ihrer Einzelfondsbewertungen.

In der jetzt vorgelegten Rangliste per Ultimo 2008 ist Ampega Gerling vom dritten auf den 23. Platz gefallen (Tabelle). Das Haus verwaltet konzernweit 70 Mrd. Euro, davon knapp 12 Mrd. Euro in der Investmentgesellschaft. In 73 auf Privatkunden zielenden Publikumsfonds betreut das Haus 2,6 Mrd. Euro.

Walter Schmidt, Chefstratege von Ampega Gerling, räumt ein: "Unsere Optionsstrategie ging nicht auf, deshalb haben wir bei drei Aktienfonds 20 bis 30 Prozentpunkte mehr verloren als der Gesamtmarkt." Zu den belasteten Produkten zählt der "Gerling Europa Aktien". Insgesamt betroffen sind allerdings noch drei weitere Produkte. "Ab Mitte Oktober haben wir die Fonds indexnah ausgerichtet; in den letzten drei Monaten laufen sie besser als ihre Messlatten", sagt Schmidt.

Im Dezember traf die Madoff-Betrugsaffäre auch Ampega-Gerling-Fonds. Der Dachfonds "Gerling Total Return" beispielsweise war mit 15 Prozent der Mittel in eines der Madoff-Anlageprodukte investiert. Diese 15 Prozent wurden laut Schmidt bis auf einen Restwert erst einmal abgeschrieben. Aber jetzt prüft das Fondshaus Klagemöglichkeiten gegen die Depotbank der Madoff-Fonds.

Einen dritten Schlag versetzten der Gesellschaft die Engagements in US-Finanzwerten innerhalb der geldmarktnahen Produkte. Die Illiquidität der Märkte belastete beispielsweise den großen "Gerling Rendite Fonds". Doch Schmidt schöpft wieder Hoffnung: "Auf den aktuellen Kursniveaus sind Insolvenzrisiken eingepreist, die ich nicht nachvollziehen kann." Er ist so zuversichtlich, dass er jetzt eine Anleihe der Citibank mit acht Monaten Restlaufzeit und einer Rendite von zehn Prozent gekauft hat.

Für den gesamten Bereich der Unternehmensanleihen sieht Schmidt Licht am Ende des Tunnels. "Die jüngsten Neuemissionen mit kurzen Laufzeiten waren alle überzeichnet. Das ist ein gutes Zeichen. Liquidität ist da", sagt der Anlagestratege. Er will von einer Erholung der Anleihemärkte profitieren. Außerdem sieht er Chancen bei den gebeutelten Länderbonds wie etwa den Anleihen Griechenlands.

Derzeit plant das Fondsmanagement auch einen Wiedereinstieg bei den stark gefallenen Rohstoffaktien. Auch entwickelt Ampega Gerling für die Rentenportfolios Sicherheitskonzepte in Form von handelbaren Kreditausfallrisiken (CDS). Das Haus plant außerdem einen Vorstoß in den Bereich Katastrophenbonds, über die Versicherer bestimmte Risiken an den Kapitalmarkt übertragen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×