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26.12.2013

17:57 Uhr

Finanzierungsprobleme

Banken meiden Schiffskredite

Die Schifffahrtsbranche steckt in der Krise. Kredite an Schiffsbesitzer sind bei Banken verpönt, was die Schiffsbesitzer in Finanzierungsprobleme bringt. Doch die steigende Regulierung lässt den Banken kaum eine Wahl.

Ein Schiff der Reederei Hapag-Lloyd. Während die Flotten ausgedehnt wurden, sank die Nachfrage - was die Frachtraten einbrechen ließ. dpa

Ein Schiff der Reederei Hapag-Lloyd. Während die Flotten ausgedehnt wurden, sank die Nachfrage - was die Frachtraten einbrechen ließ.

Die verschärfte Regulierung der Banken wird es für deutsche Schiffsbesitzer noch schwieriger machen, sich im kommenden Jahr Kredite zu sichern. Damit werde die anhaltende Liquiditäts-Knappheit, mit der die Branche seit 2008 zu kämpfen habe, weiter ausgedehnt, sagte Michael Behrendt, Präsident des Verbands Deutscher Reeder (VDR), in einem Interview mit Bloomberg News.

Er bezweifele sehr stark, dass Schiffsfinanzierungen 2014 einfacher werden, sagte Behrendt. Er verwies auf die zunehmende Regulierung sowie die strengeren Kapitalregeln für die Bankenbranche. Die HSH Nordbank, Nummer eins unter den Schiffsfinanzieren, die Commerzbank und die Norddeutsche Landesbank Girozentrale haben allesamt ihre Kreditvergabe an kleine und mittelgroße Firmen reduziert oder diese sogar ganz eingestellt. Angesichts der Krise in der Schifffahrtsbranche häufen sich faule Darlehen immer weiter an.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Die drei Finanzunternehmen gehören zu den rund 130 Banken in Europa, deren Bilanzen und Aktiva von der Europäischen Zentralbank (EZB) unter die Lupe genommen werden - bevor diese Ende 2014 die Aufsicht übernimmt. In ihrem Finanzstabilitätsbericht vom 14. November hatte die Bundesbank drei Gebiete in der deutschen Bankenbranche ausgemacht, die besonders anfällig für Kreditausfälle sind - eines davon waren Schiffskredite. Angesicht der zögerlichen Kreditvergabe hatten zuletzt viele Reeder damit zu kämpfen, ihre Betriebskosten zu decken. Während die Flotten ausgedehnt wurden, sank die Nachfrage - was die Frachtraten einbrechen ließ.

Die Commerzbank verlässt den Markt und er sehe keinen Drang bei anderen Banken, die Lücke zu füllen, sagte Behrendt. Er ist zugleich Vorstandschef der Hapag-Lloyd, der größten Container-Fracht-Linie in Deutschland. Seinen Worten zufolge müssen die Schiffsbesitzer neue kreative Wege für die Finanzierung finden. Hedgefonds, Private- Equity-Firmen und chinesische Banken würden zwar den Markt beobachten, doch noch herrsche Zurückhaltung.

Laut Behrendt wird sich die Finanzierungssituation für deutsche Unternehmen nur dann verbessern, wenn sich die Schiffsbranche von dem Einbruch erholt, der durch die Pleite von Lehman Brothers Holdings ausgelöst wurde. Die Schwemme an Schiffen werde frühestens Ende 2014 abnehmen.

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