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06.03.2006

12:10 Uhr

Fonds-Abewertung

Experten stellen Gutachter in Frage

VonReiner Reichel

Das Ergebnis der Immobilien-Neubewertung des offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest hat – wie nicht anders zu erwarten – Kritik an den Sachverständigen und dem Fondsmanagement provoziert. Fondsanalyst Stefan Loipfinger hegt Zweifel, ob das mit „erheblichen Leerständen“ belastete Teilportfolio des Grundbesitz-Invest genügend abgewertet wurde.

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DÜSSELDORF. Wettbewerber des Grundbesitz-Invest-Anbieters DB Real Estate (DBRE) wundern sich über die Schließung des Fonds angesichts der geringen Abwertung. Der BIIS Bundesverband der Immobilien-Investment-Sachverständigen sieht durch das Bewertungsergebnis die Unabhängigkeit der Sachverständigen bestätigt. Unabhängige Experten wie Karl-Werner Schulte, geschäftsführender Gesellschafter der EBS Immobilienakademie, plädieren für international gültige Standards (siehe „Drei Fragen an...“).

Die DBRE hatte am Donnerstag, einen Tag vor Öffnung des Fonds, informiert, dass das Inlandsportfolio um 5,7 Prozent ab- und die Auslandsgebäude um 3,3 Prozent aufgewertet worden sind. Den Gesamtabschlag bezifferte sie auf 2,4 Prozent. Loipfingers Kritik bezieht sich auf jenes der drei von der DBRE gebildeten Teilportfolios, das Objekte mit Standort- und Vermietungsproblemen enthält.

Die DBRE ist weiterhin davon überzeugt, dass die Neubewertung, die dazu führte, dass der Fonds am 13. Dezember 2005 geschlossen werden musste, nach einer Sonderprüfung notwendig geworden war. Die externe Prüfung hatte seinerzeit einen Wertberichtigungsbedarf von 15 Prozent auf 38 Prozent des Immobilienvermögens ergeben.

DBRE-Konkurrenten vermuten, dass die Sonderprüfung vor allem Problemimmobilien betraf. Hinter vorgehaltener Hand folgern sie, dem Fondsmanagement hätte klar sein müssen, dass der Abschlag auf das Gesamtportfolio erheblich geringer ausfallen würde, so dass – wie die Kritiker meinen – eine Schließung unnötig gewesen wäre.

Nach Informationen der Ratingagentur Scope wurde im Rahmen der kompletten Neubewertung etwa ein Drittel des Grundbesitz-Invest-Fondsvermögens zwischen fünf und 20 Prozent abgewertet. Zum Vergleich: Die Immobilien des Difa Fonds Nr. 1 wurden im vergangenen, am 30. März 2005 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr um 2,8 Prozent abgewertet. Mit einem Abschlag von 3,1 Prozent ebenfalls per Ende März 2005 fiel die Wertkorrektur beim Euro Immo-Profil von iii Investment sogar um 0,7 Prozentpunkte höher als jetzt beim Grundbesitz-Invest aus. Die Schließung war Auslöser einer Krise, die zu einem branchenweiten Rekordmittelabfluss von 7,3 Mrd. Euro in den Monaten Dezember und Januar führte.

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