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26.03.2012

11:08 Uhr

Fonds-Anleger

Millionenverluste nach Teldafax-Pleite

VonSönke Iwersen

Die Debi Select-Fonds warben mit attraktiven Zinsen und hochsicheren Geldanlagen. Herausgekommen sind hochriskante Geldströme, auch an den Energiepleitier Teldafax. Die Anteile sind inzwischen fast nichts mehr wert.

Das Firmenlogo am Sitz des insolventen Unternehmens Teldafax in Troisdorf bei Bonn. dpa

Das Firmenlogo am Sitz des insolventen Unternehmens Teldafax in Troisdorf bei Bonn.

DüsseldorfDer ehemalige Teldafax-Großinvestor, Debi Select, wird zum Millionengrab für seine Anleger. 9200 von ihnen warten seit August auf die vertraglich vereinbarten monatlichen Ausschüttungen. In Internetforen sprechen sie von „Hinhaltungen“, „Märchen“ und „Lügen“. Jetzt haben sie ein Schreiben von Debi Select erhalten, das ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Der Wert ihrer Anteile, ursprünglich 115 Millionen Euro, ist um 90 Prozent gefallen. Für die nächsten viereinhalb Jahre sind weder Verzinsungen noch Kapitalrückführungen möglich. Sollten die Anleger doch darauf bestehen, käme es zum Zusammenbruch der Fonds und zur Insolvenz.

Der Skandal um den inzwischen insolventen Billigstromanbieter Teldafax ist damit um ein Kapitel reicher. Die Debi Select Fonds hatten mit Renditeversprechungen von acht Prozent gelockt. Das Geld, das hochsicher investiert werden sollte, floss über Umwege an Teldafax und dann an mit Teldafax verbundene Unternehmen.

Der Geschäftsführer von Debi Select, Josef Geltinger will davon erst aus der Zeitung erfahren haben. Verantwortlich für den Geldfluss sei Geltingers ehemaliger Wirtschaftsprüfer Michael Josten. Josten war zugleich Aufsichtsratschef von Teldafax und wurde 2007 wegen Anlagebetrugs in einem anderen Fall verurteilt. Auch dies, sagt Geltinger, war ihm vor der Zeitungslektüre unbekannt.

Selbst nach Veröffentlichung der Zusammenhänge zwischen Debi Select und Teldafax durch das Handelsblatt im November 2010 wurde die wahre Lage der Fonds verschleiert. Geltinger leistete sich als Geschäftsführer von Debi Select zwei PR-Agenturen, die ihn als Retter darstellten. Im Frühjahr vermeldete Geltinger, es sei ein russischer Investor gefunden, der ihm die Teldafax-Anteile abgenommen habe. Damit seien die Fonds stabilisiert und die Gelder der Anleger sicher.

Die Teldafax-Masche

Video: Die Teldafax-Masche

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Doch die Geschichte bekam schnell Risse. Die neuen Inhaber von Teldafax dementierten, Geltinger je einen Kaufpreis gezahlt zu haben. Geltinger wollte die Debi Fonds dann in einen anderen Fonds in Liechtenstein überführen. Doch die dortige Finanzmarktaufsicht wurde hellhörig, untersuchte den neuen Fonds, und schloss ihn. Ende 2011 präsentierte Geltinger einen neuen Retter für Debi Select: Der arabische Investor Prime Delta. Dieser sei bereit, 250 Millionen Euro in gemeinsame Projekte zu investieren, 110 Millionen davon sollten an Debi Select fließen. Am 19. Dezember 2011 schrieb Geltinger seinen Anlegern, die Ausschüttungen würden noch vor Weihnachten wieder aufgenommen. Als Geschäftspartner nannte Geltinger einen Mann namens Khalifa Ahmad Khalifa Bin Hadi Alqemz.

Kommentare (6)

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Mazi

26.03.2012, 11:17 Uhr

Weshalb schreitet nicht der ESM-Rettungsschirm ein. Er könnte Geld bereit stellen ohne dessen Verwendung nachweisen oder rechtfertigen zu müssen (Art. 27 - 30 ESM-Vertrag).

In Griechenland geht's doch auch.

anonymus_007

26.03.2012, 11:50 Uhr

Es ist immer wieder verblüffend, wie gutgläubigen Anlegern das Geld aus der Tasche gezogen werden kann.
Rechtlich, haben die Abzocker kaum was zu befürchten bzw. kommen sehr glimpflich davon. In der Regel haben sie ausgesorgt, wobei die Anleger teilweise auf Lebenszeitzeit ruiniert sind.
Da gehören endlich mal Exempel statuiert!
Aber solange Abzocker in unserer Gesellschaft als Unternehmer des Jahres gefeiert werden, wird sich da nie was ändern. Göker, Maschi und viele andere lassen grüßen.

Account gelöscht!

26.03.2012, 11:53 Uhr

Es müsste wohl eher heißen:

"Als Geschäftspartner nannte Geltinger einen Mann namens Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah."

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