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28.11.2012

10:52 Uhr

Fonds-Awards

Die neue Bescheidenheit der Fondsmanager

VonGeorgios Kokologiannis

Euro-Krise, hektische Rettungsaktionen für Schuldenstaaten - die Märkte bleiben angespannt. Die Laune vieler Fondsmanager trübt das nicht, sie schätzen auch kleine Lichtblicke und feiern ihre Besten. Ein Stimmungsbericht

Der ehemalige Verfassungsrichter Professor Paul Kirchhoff warnte vor der Staatsverschuldung.

Der ehemalige Verfassungsrichter Professor Paul Kirchhoff warnte vor der Staatsverschuldung.

Frankfurt„Eine Sorge weniger“, so der Grundtenor zahlreicher Small-Talks gestern Abend, unmittelbar vor Beginn der feierlichen Zeremonie zur Verleihung der Feri Fund Awards. Gemeint war die jüngste Rettungsaktion für Griechenland: Nach zähen Verhandlungen hatten sich tags zuvor Eurogruppe und Internationaler Währungsfonds auf die Freigabe neuer Notkredite geeinigt.

Bei den meisten Teilnehmern der Veranstaltung sorgte diese lange erwartete Entscheidung offensichtlich für etwas Entspannung. Hintergrund: Eine unkontrollierte Staatspleite des Krisenlandes mit unabsehbaren Folgewirkungen auf die Wirtschaft Europas und die Finanzmärkte weltweit scheint einmal mehr abgewendet. Die Börsen atmen auf, die Kurse steigen.

Auch wenn diese Maßnahme nicht als der große Durchbruch angesehen wird: „Kurzfristig dürfte das zur weiteren Stabilisierung an den Märkten beitragen“, zeigte sich einer der rund zweihundert Gäste zuversichtlich, die in das Bad Homburger Schloss gekommen waren. „Eine der größten Gefahren ist wohl bis auf weiteres gebannt“, stimmte ein anderer am Stehtisch zu. „Schau‘n wir mal, wie es nun weitergeht.“

Keine Frage: Die Branche ist bescheidener geworden. Das wurde gestern bei den Gesprächen immer wieder deutlich. Man weiß mittlerweile auch die kleinen Lichtblicke zu schätzen - auch wenn übermorgen wieder alles ganz anders sein kann - angesichts der Probleme, mit denen man nach wie vor zu kämpfen hat: Die Mittelabflüsse aus vielen aktiv geführten Fonds machen den Geldmanagern weiter zu schaffen.

Bester Asset Manager

Absolute Return

Swiss & Global Asset Management

Aktien-ETF

BlackRock Asset Management

Aktienfonds

MFS Investment Management

Commodities

Credit Suisse Asset Management

Emerging Markets

Aberdeen Asset Management

ETF

BlackRock Asset Management

Multi Asset

Allianz Global Investors

Real Estate

Deka Immobilien Investment

Renten-ETF

Commerz Funds Solutions

Rentenfonds

PIMCO

Social Responsible Investing

Union Investment

Spezialanbieter

Aberdeen Asset Management

Universalanbieter

Threadneedle Investments

„Und noch immer muss sich ein Großteil der Fonds die Frage gefallen lassen, welchen Daseinsberechtigung ein Portfolio hat, dass es nicht schafft, seine Benchmark dauerhaft zu schlagen“, räumt einer der anwesenden Experten hinter vorgehaltener Hand ein.

Am gestrigen Abend trat jedoch all dies vorübergehend in den Hintergrund: Die Stimmung war ausgelassen, die Atmosphäre feierlich auf den Awards, die von der Ratingagentur Feri Eurorating Services erstmals auch in Kooperation mit dem Medienpartner Handelsblatt verliehen wurden.

Feri Eurorating Awards: Fonds-Auszeichnungen für die Besten

Feri Eurorating Awards

Fonds-Auszeichnungen für die Besten

Es gibt sie noch, die guten Fondsmanager. Sie punkten mit stimmigen Anlageprozessen und guter Kursentwicklung. Am Dienstagabend wurden die Besten ihres Fachs mit den Feri Eurorating Awards ausgezeichnet .

„Natürlich wird die Finanzbranche auch 2013 noch keinen Ruhezustand gefunden haben“, sagte Tobias Schmidt, Sprecher des Vorstandes bei Feri zur Begrüßung. „Aber: Die Investmentfondsindustrie wird gebraucht“, bemühte er sich um Zuversicht.

Kommentare (6)

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kraehendienst

28.11.2012, 10:58 Uhr

"...sie schätzen auch kleine Lichtblicke und feiern ihre Besten." - Weil die Leute so ausgehöhlt dumm sind (Anleger) dass sie von Herzen gerne mehrfache Gebühren zahlen (Verwaltungsgebühren, Performance-Gebühren) und manche Fonds haben in der "Überschnapp-Phase" der Märkte in 2007, so etwa von der Deutschen Bank DWS, plötzlich ganz neu erfundene Gebühren: WEGEN DES PHANTASTISCHEN VERLAUFS von den Depotguthaben sich zu Eigen gemacht.

Account gelöscht!

28.11.2012, 11:45 Uhr

Etwas zum Nachdenken: Mein Prof erzählte uns mal bei der Gaussverteilung in einem Projekt im ersten Semester folgendes: Ein Student nimmt als Aufsicht an einer Studie teil. Er soll Aufsicht über einen Wahrsager in einem Hotelzimmer halten und ihm das Experiment erklären. Der Magier hat 2 Knöpfe, rot und grün. Er muss einen davon drücken. Danach leuchtet eine rote oder grüne Lampe auf. Die Lampe wird nach dem Zufallsprinzip gesteuert. Stimmt beides überein, so gehts in die nächste Runde und er muss sich wieder einen Knopf aussuchen. 1.Runde: rot, es leuchtet rot auf. 2.Runde: grün, es leuchtet grün auf. 3. Runde: grün. es leuchtet grün auf. 4.Runde: grün, es leuchtet grün auf. 5.Runde: rot, es leuchtet rot auf. 6. Runde: rot, es leuchtet rot auf! Wow, schon 6 Treffer! 7.Runde: rot, es leuchtet rot auf. 7. Runde: grün, es leuchtet grün auf! Der Student ist fast schon überzeugt einen echten Wahrsager mit übernatürlichen Kräften vor sich zu haben. 8.grün, es leuchtet grün auf!! 9.Runde: rot, es leuchtet rot auf! Damit ist das Experiment zuende. mehr als 9 Runden gibts nicht. Der Student ist hellauf begeistert, ein echter Magier steht vor ihm! Er reißt die Tür des Hotelzimmers auf und will schon in den Gang schreien, welch übernatürliche Kräfte er gerade erlebt hat. Da sieht er auf einmal ganz viele Studenten mit vielen Wahrsagern vor der Tür. Es waren genau 256 Testpersonen... >>>

Account gelöscht!

28.11.2012, 11:46 Uhr

Fortsetzung: Dass hier einer alle 9 richtig beantwortet deckt sich völlig mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Und genau so ist es mit Fondsmanagern. Von denen gibts nur weit mehr als ein paar Hundert. Mehrere zigtausend sind um den Globus verteilt. Dass ein paar von zigtausend einige Jahre, teils Jahrzehnte gut abschneiden hat erst mal mathematisch nichts mit Können zu tun. Es lässt sich über die Wahrscheinlichkeitsrechnung erklären. Was dir aber nichts hilft, denn nur weil jemand 10 Jahre hintereinander einfach Glück hatte, bedeutet es nicht, dass er im nächsten Jahr wieder mehr oder weniger Glück als andere hat.

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