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31.05.2013

10:28 Uhr

Fonds

Da geht noch was!

VonDörte Jochims

Die Aktienmärkte laufen mittlerweile heiß. Trotzdem kann ein Investment in diese Anlageklasse lohnen. Mit welchen Strategien und Fonds chancenorientierte Anleger jetzt noch einsteigen können.

Hektische Händler an der Wall Street: Die Aktienmärkte legten seit Jahresbeginn eine Rally hin. dpa

Hektische Händler an der Wall Street: Die Aktienmärkte legten seit Jahresbeginn eine Rally hin.

„Wir sind wieder bei der Arbeit“, sagt Warren Buffett bei der diesjährigen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway im Mai. Dabei sieht der 82jährige verschmitzt seinen langjährigen und 89jährigen Partner Charles Munger an: „Charlie und ich haben noch einmal unsere Safari-Outfits angelegt. Wir sind wieder auf Elefantenjagd.“

Und letztere sieht beim erfolgreichsten Investor der Welt folgendermaßen aus: Für seine Holding Berkshire Hathaway kaufte er im Januar um 23 Milliarden Dollar Anteile am Ketchup-Hersteller Heinz. Anfang Mai investierte er weitere 2,1 Milliarden für einen zwanzigprozentigen Anteil an der israelischen IMC Metalworking Company. Und jetzt verkündete er auch noch den Kauf des amerikanischen Stromversorgers NV Energy – für 5,6 Milliarden Dollar in Cash.

Für die Märkte gilt die Shoppinglaune von Buffett als Einstiegssignal. Denn er gilt als typischer Value-Investor, der nur unterbewertete Aktien kauft, die später fast immer im Wert steigen. Mit diesem Rezept wurde Buffett zu einem der reichsten Männer der Welt. Und er machte auch viele seiner Anleger reich: So kostete Berkshire Hathaway anno 1965, als er die Aktiengesellschaft kaufte, 43 Dollar. 1985 wandelte er die Gesellschaft in eine reine Beteiligungsgesellschaft um. Der Kurs lag bei 1 000 Dollar. Derzeit notiert ihr Wert bei mehr als 172.000 Dollar. Sollen Anleger also wie Buffett jetzt im großen Stil in die Märkte einsteigen?

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Ganz so eindeutig ist das Bild derzeit leider nicht. Nach Korrekturen in der vergangenen Woche mehren sich die Stimmen der Skeptiker. So macht der Spiegel mit dem Titel „Die Billionenblase“ auf. Die Autoren zeigen in dem Artikel, dass eine Zinssenkung der US-Notenbank bevorstehen und einen weltweiten Crash der Märkte nach sich ziehen könnte. Was steckt dahinter? Und was ist Investoren zu raten, die Chancen und Risiken sorgfältig abwägen?

Fantastische Börsenrally in Japan und in den USA

Fakt ist: Bis Mitte Mai schien die japanische Börse nicht zu stoppen. Der Aktienindex Nikkei 225 begann im Oktober 2012 zu steigen, nachdem Ministerpräsident Shinzo Abe ein Konjunkturprogramm für die Fukushima-Region im Wert von 175 Milliarden Dollar angekündigt hatte. Die Notenbank lockerte kurz darauf die Geldpolitik, sorgte so für einen schwachen Yen und unterstützte die Exportindustrie.

Das Börsenbarometer stieg fast um 80 Prozent. Abe wurde gefeiert, als die Statistik belegte, dass die japanische Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent gewachsen war. Doch plötzlich geriet die Rally ins Stocken.

Kommentare (13)

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Dauerwerbesendung

31.05.2013, 10:38 Uhr

Zitat: "Auch Tim Albrecht, Manager des deutschen Aktienfonds DWS Deutschland ist trotz Marktschwäche vollständig investiert."

Aktienfonds dürfen zu maximal 10% in Cash investiert sein. Von daher ist das nicht so ganz überraschend.

Account gelöscht!

31.05.2013, 10:45 Uhr

Suchen da etwa findige Investmentbanker Käufer für ihre Shorts??? Wer am Allzeithoch noch Long geht muss sich nicht wundern wenn er pleite geht!

Account gelöscht!

31.05.2013, 10:56 Uhr

Zitat "Wer am Allzeithoch noch Long geht muss sich nicht wundern wenn er pleite geht!"

Das trifft ja nur zu, wenn ich davon ausgehe, dass es in den nächsten 5, 10, 20 Jahren keine höheren Kurse mehr geben wird bzw. wenn ich einen kurzfristigen Anlagehorizont habe und das Geld zwischenzeitlich brauche.

Trotzdem gebe ich Ihnen im Kern recht - der Artikel kommt zu einer Unzeit. Vor 12 Monaten hätte er besser gepaßt.

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