Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.03.2014

09:55 Uhr

Fonds

Die Zeitenwende in der Geldanlage

VonDirk Wohleb

Die niedrigen Zinsen gefährden tradierte Strategien der Geldanlage. Vor allem bei Anleihen ist nicht mehr viel zu holen. Betroffen sind die Lieblingsfonds vieler Anleger. Wie Vermögende die Ebbe im Depot vermeiden.

Ebbe nach der Flut: Die Zeit hoher Renditen am Anleihemarkt ist für sicherheitsbewusste Anleger vorbei. Getty Images

Ebbe nach der Flut: Die Zeit hoher Renditen am Anleihemarkt ist für sicherheitsbewusste Anleger vorbei.

Rendite, Rendite, Rendite. Wenn es um die Auswahl von Investmentfonds geht, wählen Anleger die Produkte meist nach der Performance in der Vergangenheit aus. Oder folgen der Empfehlung ihres Bankers. Beide Strategien führen nicht unbedingt zum Erfolg. Gerade die historische Performance ist kein guter Indikator für zukünftige Ertragschancen.

Das gilt derzeit vor allem für Anleihen. Anleger, die Mischfonds oder Anleihefonds halten, müssen sich auf einen dramatischen Umbruch einstellen, wie die Studie „Raus aus der Zinsfalle - Neue Strategien für neue Rahmenbedingungen“ des Kölner Vermögensverwalters Eckhard Sauren zeigt.

Die Aussichten sind nicht rosig: „Rentenpapiere haben in den vergangenen Jahren extrem stark von einem hohen Zinscoupon sowie von sinkenden Zinsen und einem deutlichen Kursanstieg profitiert. Wir wollen Anleger sensibilisieren, dass es so nicht weitergehen kann“, sagt Sauren.

Vier Prognosen fürs Portfolio

1. Szenario: Zinsrückgang

Zinsrückgang (Bundesanleihen): 0,3 Prozent
Spread*: 0,6 Prozent
Wertentwicklung eines Beispielfonds (zwei Jahre): + 6,7 Prozent
*der Spread ergibt sich aus der Differenz des Zinssatzes von Bundesanleihen, der bei 1,3 Prozent festgelegt wird, und des Zinssatzes bei Unternehmensanleihen.

2. Basis-Szenario

Zins (Bundesanleihen): 1,3 Prozent
Spread: 0,6 Prozent
Wertentwicklung (zwei Jahre): + 1,8 Prozent

3. Szenario: Zinsanstieg

Zinsanstieg (Bundesanleihen): 4,0 Prozent
Spread: 0,6 Prozent
Wertentwicklung (zwei Jahre): - 10,0 Prozent

4. Szenario: Starker Zinsanstieg

Zinsanstieg (Bundesanleihen): 4,0 Prozent
Spreadausweitung: 1,5 Prozent
Wertentwicklung: - 13,5 Prozent

Denn hinter uns liegt eine Rentenrally, die in der Geschichte beispiellos ist. Um 781 Prozent oder 6,9 Prozent pro Jahr hat der Rex Performanceindex, der die Wertentwicklung deutscher Bundesanleihen spiegelt, zwischen August 1981 und Februar 2014 zugelegt. Rentenfonds waren in dieser Zeit ein Selbstläufer, Anleger erzielten wie von selbst gute Renditen. Dazu bedurfte es nicht einmal eines guten Fondsmanagements. Auch die Fonds profitierten von den hohen Zinscoupons und den steigenden Kursen.

Doch die Party ist vorbei. Selbst wenn sich die Zinsen nicht weiter verändern, können Anleger mit Rentenfonds nicht mehr mit den hohen Renditen wie in der jüngsten Vergangenheit rechnen. Die Umlaufrendite von Bundesanleihen lag Ende Februar gerade mal bei 1,29 Prozent.

Selbst wenn die Zinsen auf ihrem derzeit niedrigen Niveau verharren, sind die Renditechancen sehr begrenzt. Und dabei müssen sich Anleger mittel- bis langfristig auf steigende Zinsen einstellen. „Es muss klar sein, dass die Niedrigzinsen kein Dauerzustand sein können. Von Niedrigzinsen gehen auch unerwünscht Risiken und Nebenwirkungen aus“, sagt Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.03.2014, 12:11 Uhr

Hochverzinste Risikoanleihen a la Heidelbergcement oder Schaeffler bringen 3 bis 4% vor Steuern d.h. effektiv rd. 2,5 %. Wenn deren abnorm hoher Kurs in den nächsten 2 bis 4 Jahren dann ins Rutschen kommt, ist die aufgelaufene Rendite sehr schnell sehr negativ.
Alternativ kann man mit Bonds kurzfristig spekulieren, aber wer will das und KANN das?
Ergo, Finger weg von Bonds.

Account gelöscht!

18.03.2014, 08:33 Uhr

Anleger sollten nur kurzfristige, Rendite starke und 100% Kapital gesicherte Investments eingehen. Leider wird dies von deutschen Banken nicht angeboten ( ab 10 Mio. EUR schon!), warum in der Schweiz? Meines Erachtens gibt es für größere Vermögen ( ab 100k)bis dato noch immer keine alternative zur Schweiz!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×