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01.02.2008

12:37 Uhr

Fonds-Portfolios

Südosteuropa-Fonds hängen Konkurrenz ab

VonC. Lindenberg

Osteuropafonds sind längst nicht mehr das, was sie mal waren. Das zeigt die Jahresauswertung von 54 bei Feri Rating & Research gelisteten Fonds mit diesem Anlageschwerpunkt. Mit dem Griffin Fund und dem Danske Fund Trans Balkan liegen zwei Produkte auf den beiden Spitzenplätzen, die typische Anlageregionen wie Polen nahezu völlig außer Acht lassen.

HAMBURG. Besonders stark von klassischen Osteuropa-Portfolios weicht die Zusammensetzung des Ottoman von Griffin Capital Management ab, der mit einem Wertzuwachs von 33,18 Prozent den Gruppensieg davonträgt (Tabelle). Fondsmanager Aziz Unan hält 74 Prozent des Portfolios in türkischen Aktien, zehn Prozent in russischen Titeln und fünf Prozent in Wertpapieren aus Saudi-Arabien. "Wir können prinzipiell auch in osteuropäischen Ländern wie zum Beispiel Rumänien und Bulgarien investieren, derzeit erscheint uns die Marktlage dort jedoch nicht attraktiv genug", sagt Unan, der auch in Golfstaaten wie Abu Dhabi und Katar investiert ist. Länder an der Grenze zu Asien wie Kasachstan gehörten ebenfalls zum Anlageuniversum des Fonds, doch hat Unan das Engagement mangels attraktiver Unternehmen vorerst aufgelöst.

Auf Branchenebene bevorzugt er Aktien aus dem Finanz- und Bankensektor, in denen er rund die Hälfte des Portfolios investiert hat: "Die Branche ist im Vergleich zu anderen Sektoren der Regionen besonders transparent, zudem bietet sie aufgrund der hohen Unterversorgung im Bankensektor sehr gute Wachstumsperspektiven."

Auch Kari Salonen von der Danske Bank in Kopenhagen hält die Branche für besonders erfolgversprechend: Er gewichtet sie im zweitplatzierten Danske Fund Trans-Balkan mit 43 Prozent und hält gleich acht der zehn größten Positionen in Banken aus der Region, allen voran österreichische Institute wie die Erste Bank und Raiffeisen International.

Das Anlageuniversum des Fonds unterscheidet sich wie beim Klassensieger deutlich von typischen Osteuropafonds, allerdings weniger extrem: Salonen konzentriert sich ausschließlich auf die Balkan-Region zwischen Österreich und der Türkei. Anders als Unan schätzt der Danske Bank-Manager rumänische und bulgarische Unternehmen als aussichtsreich ein: "Für Aktien aus diesen beiden Ländern spricht vor allem, dass sie besonders stark von den Standortverlagerungen europäischer Unternehmen profitieren", sagt Salonen und verweist auf den Handy-Hersteller Nokia, der die Produktion in Bochum zugunsten eines Standorts in Rumänien einstellt. Entsprechend hoch ist der Anteil von Aktien aus den Ländern: Sie sind mit zusammen 40 Prozent gewichtet, gefolgt von Titeln aus Österreich mit 20 Prozent und Engagements in der Türkei mit zwölf Prozent.

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