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02.02.2014

13:51 Uhr

Fonds-Spezial

Wenn Anleger zu Fondsmanagern werden

VonThomas Reinhold

Das Internet hat auch die Finanzindustrie revolutioniert. Der neueste Trend: Aktien-Communities im Netz, wo sich Anleger zu Titeln austauschen und Empfehlungen abgeben. Auch Fonds machen sich die Laienanalyse zu Nutze.

Social-Trading-Plattformen wie Ayondo und Etoro halten Einzug bei der Geldanlage. Statt zum Bankberater zu gehen, folgen Anleger anderen Anlegern oder echten Tradern auf speziellen Plattformen im Internet und kopieren deren Strategien. dpa

Social-Trading-Plattformen wie Ayondo und Etoro halten Einzug bei der Geldanlage. Statt zum Bankberater zu gehen, folgen Anleger anderen Anlegern oder echten Tradern auf speziellen Plattformen im Internet und kopieren deren Strategien.

HamburgDer britische Ökonom Angus Maddison stellte den Zusammenhang zwischen Innovation und Unternehmertum sowie der zunehmenden Beschleunigung des wirtschaftlichen Wachstums her. Während die Vervierfachung der Wirtschaftsleistung von Christi Geburt an noch stolze 1500 Jahre benötigte, brauchte es danach 330 Jahre und dann gerade noch 50 Jahre, um diesen enormen Effekt zu erzielen.

Was die Finanzindustrie anbelangt, so dürfte ein maßgeblicher Einflussfaktor der Beschleunigung heute das Internet sein. In der ersten Phase diente es den Anlegern als ein Medium zur schnellen Informationsbeschaffung am heimischen Schreibtisch; die Inhalte lieferte der Finanzdienstleister. Die folgende Ausbaustufe ermöglichte die Interaktion zwischen Produktanbieter und Investor.

Inzwischen sind große Hürden gefallen. Wir haben nun das Zeitalter von Internet 3.0 erreicht – hier ist der Einzelne zum Nutzer und Anbieter in Personalunion geworden. Sich an der Herstellung von Finanzprodukten zu beteiligen, war für den Normalbürger früher undenkbar. Dank virtueller Internetplattformen hat sich dies grundlegend gewandelt.

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Ein gutes Beispiel sind internetbasierte Aktien-Communitys. Hier kann jedermann eigene Aktienempfehlungen gegenüber einem breiten Publikum kommunizieren. Die besten Teilnehmer werden regelmäßig in Ranglisten geführt. Ganz oben stehen diejenigen, die mit ihren Empfehlungen relevante Vergleichsindizes nachhaltig geschlagen haben. Bei der Bewertung werden strenge Kriterien zugrunde gelegt. So werden beispielsweise nur Empfehlungen auf liquide gehandelte Aktien berücksichtigt, und selbstverständlich sind schlecht gelaufene Empfehlungen nachträglich nicht zu löschen.

Inzwischen gibt es sogar Investmentfonds, die auf der Basis der Aktienempfehlungen der besten Nutzer investieren – der Normalbürger wird quasi Fondsmanager und Produzent. Der vorschnelle Einwand, die Community-Mitglieder wären keine Fachleute, zieht nicht. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Aktienempfehlungen von Privaten keineswegs vor denen institutioneller Adressen verstecken müssen. Im Übrigen wurde auch die Titanic von ausgewiesenen Profis gebaut.

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