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02.01.2011

12:56 Uhr

Fonds-Strategie

Rendite (fast) ohne Risiko

VonIngo Narat, Anke Rezmer

Multi Asset heißt das neue Zauberwort der Fondsmanager. Die Geldprofis stellen für den Anleger die passende Mischung aus Aktien und Anleihen zusammen. Zumindest versprechen sie das. Für die Kunden werde das Depot dabei eher undurchsichtiger, so ein Experte.

Bulle und Bär: Viele Anleger scheuen das Risiko. Quelle: ap

Bulle und Bär: Viele Anleger scheuen das Risiko.

FRANKFURT. Die vergangenen beiden Jahre stecken den Vermögensverwaltern noch in den Knochen: Private Anleger zogen in der Krise per saldo Kapital aus den für sie konzipierten Publikumsfonds ab. In diesem Jahr haben sie bis Ende Oktober zwar wieder fast 22 Milliarden Euro investiert. Doch viele scheuen große Wertschwankungen in ihren Depots. Das dämpft vor allem den Absatz von Aktienfonds.

"Die Aktienmarktentwicklung in den vergangenen zehn Jahren war unterm Strich enttäuschend", erklärt Klaus Kaldemorgen, der scheidende Chef des größten deutschen Publikumsfondshauses DWS das Phänomen. Das verstärke den Wunsch der Anleger nach einer absoluten Rendite. Dagegen sei den meisten Anlegern das relative Abschneiden im Vergleich zu Börsenindizes egal, meint er. "Privatkunden wollen vor allem Sicherheit", ergänzt Hans Joachim Reinke, Chef des genossenschaftlichen Fondshauses Union Investment, der Nummer vier am Markt. Rund 92 Prozent aller Erwachsenen wünschten sich, dass ihr angelegtes Kapital nach einer bestimmten Zeit sicher sei, zitiert Reinke eine Umfrage.

Die Vermögensverwalter reagieren auf die veränderten Wünsche mit einer Neuausrichtung ihrer Produktpalette. Schließlich geht es um viel Geld: Das Privatkundengeschäft macht 40 Prozent ihrer in Deutschland verwalteten Vermögen in Höhe von 1,8 Billionen Euro aus. Union Investment führte Mitte dieses Jahres neue Fonds ein, bei denen nicht nach Anlageklassen wie Aktien- oder Anleihefonds unterschieden wird, sondern nach Risiken und Chancen. So gibt es Produkte mit einer 100-prozentigen Kapitalgarantie und entsprechend am risikolosen Geldmarktzins orientierten Zielrenditen oder aber höhere Wertschwankungen mit entsprechend höheren Renditechancen.

Anleger bestimmen im Gespräch mit dem Bankberater nur noch die Risikotoleranz und die Renditeerwartung, um die konkrete Gewichtung der Anlagearten wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Derivate kümmert sich der Fondsmanager je nach Marktlage. Das passt nach Ansicht von Reinke in die Zeit: "Die meisten wollen sich nicht mit dem Thema Geldanlage beschäftigen und suchen einen Experten, der ihnen das abnimmt."

Die DWS hat im Herbst ein ähnliches Konzept vorgestellt. In der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank kümmert sich jetzt ein neues Team um diese sogenannten Multi-Asset-Strategien. Die Strategen bestücken für ihre Kunden Fonds mit verschiedenen Anlagearten je nach gewünschtem Risikoprofil.

Hohe Nachfrage nach Mischfonds belegt die Risikoscheu

Auch die anderen beiden großen Anlagehäuser am deutschen Markt, Allianz Global Investors und die Sparkassen-Fondstochter Deka, bieten solche Multi-Asset-Fonds an. Die Deka hat ihr Angebot in diesem Jahr ebenfalls ausgebaut, weil "die Nachfrage im Rahmen der Finanzkrise weiter gestiegen ist", sagt Thomas Reiland, Leiter Multi-Assetklassen-Konzepte der Deka.

"Strategisch sind diese Fonds mit kalkulierbarem Risiko und Ertrag ein wichtiges Thema, das beweisen die hohen Zuflüsse in gemischte Fonds", sagt Allianz-GI-Sprecher Marc Savani. Anleger investierten im laufenden Jahr bis Ende Oktober branchenweit netto 13 Milliarden Euro - das ist Rekord.

Kommentare (4)

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Profit

02.01.2011, 17:15 Uhr

Und schon der nächste Marketing-Trick, der nichts anderes verspricht, als alten Wein in neuen Schläuchen verpackt. Wenn jemand abosolute Sicherheit haben will, soll er in ein Sparbuch "investieren" oder sein Geld unter's Kopfkissen stecken. Dann spart zumindest Verwaltungskosten. Die Fondgesellschaften würden erst dann etwas Neues versprechen, wenn sie sich an Verlusten beteiligen würden. Erst ein derartiges Versprechen macht ihre Anlagestrategie innerhalb eines Vermögensverwaltungskonzepts glaubwürdig. Sie machen es aber nicht! Warum wohl?

k.h.a.

02.01.2011, 18:14 Uhr

Höchste Zeit, Anlegern noch schnell die günstige Gelegenheit zu verkaufen, um den auf Lager liegenden Aktien- und Anleihenmüll rechtzeitig vor dem anstehenden Crash ihnen überzuhängen. Es ist statistisch nachweisbar, daß Kaufempfehlungen stets dann intensiviert werden, wenn es die "Großen" zum Verkauf drängt. Das nennt man verharmlosend antizyklisches Vorgehen, eine nette Umschreibung.

aruba

02.01.2011, 18:46 Uhr

Guten Tag,.... ich habe bis heute keinen,... verstehen Sie gut...! Keinen ! Fonds gesehen dessen Ziel ein Anderes gewesen waere als Gebuehren einzusacken. Nie,...Niemals ( lesen Sie es nochmals ) Niemals, geht es um das Wohl des Anlegers. Scheisseigal wie der Laden heisst. ich mache seit 35 Jahren in Vermoegensverwaltung... seien Sie ihr eigener Fond;... wenn Sie dann Mist bauen, wissen Sie genau wer Schuld war. So, das war noch Gratis, ,,,, ab Morgen kostet jede beratung Geld. besten Dank

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