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07.05.2015

10:10 Uhr

Fonds und ETFs

Wie Anleger lukrative Fonds finden

VonAnke Rezmer

Wer einen Fonds sucht, hat Tausende zur Auswahl. Doch die Qualitätsunterschiede sind enorm. Die meisten Fondsmanager erzielen nicht mehr Rendite als der Index. Mit diesem Tool werden Anleger im Angebotsdschungel fündig.

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FrankfurtEs ist frustrierend: Da legen private Anleger ihr Erspartes vertrauensvoll in die Hände von Geldprofis – und dann liefern die allermeisten immer wieder enttäuschende Ergebnisse ab. Angetreten, um mit ihrer geschickten Aktienauswahl Mehrwert gegenüber Börsenindizes zu bieten, erreichen nur die wenigsten Fondsmanager tatsächlich dieses Ziel – die meisten bleiben unter den Börsenmesslatten. Doch wie sollen Anleger aus Tausenden Fonds die lukrative Produkte zu finden?

Allein am deutschen Markt gibt es mehr als 3100 Aktienfonds für private Anleger. Doch eine Studie des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices zeigt, dass die große Mehrheit der Fondsmanager im Vergleich zum Index keinen Mehrwert schafft. Die S&P-Analysten haben Fonds untersucht, die privaten Anlegern in Europa angeboten werden. Und ihre Erfahrung mit Studien in anderen Ländern belegen, dass die Schwäche dieser sogenannten aktiven, also durch Fondsmanagerhand gesteuerten, Fonds weltweit grassiert. Noch schlimmer: Zumindest in Europa – wurden die Leistung der Fondsprofis noch schlechter.

So legen deutsche Haushalte an

Bargeld und Einlagen

Den größten Anteil am Vermögen der deutschen Privathaushalte haben traditionell Bargeld und Einlagen. Das Banksparen – also beispielsweise Girokonten oder Tagesgeld – hat sogar an Beliebtheit zugelegt. 2014 machte der Posten einen Anteil von 39,2 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2001 lag dieser Anteil noch bei 34,9 Prozent.

Quelle: Deutsche Bundesbank

Versicherungen

Versicherungen machen den zweitgrößten Posten in der Vermögensstruktur der deutschen Haushalte aus. Zu diesem Posten zählen auch die Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen. 2014 lag der Anteil der Versicherungen am Haushaltsvermögen bei 38,2 Prozent, er ist damit im Vergleich zu Aktien und Fonds gestiegen. 2001 lag der Anteil noch bei 30,8 Prozent.

Andere Fonds

Fonds die nicht ausschließlich in Aktien investieren, sind bei den deutschen Anlegern eher gefragt. 5,8 Prozent machte ihr Anteil 2014 aus. Trotzdem ist der Wert seit 2001 zurückgegangenen, damals lag er noch bei 8,4 Prozent.

Sonstige Anteilsrechte

Der Anteil sonstiger Anteilsrechte am Vermögen ist ebenfalls zurückgegangen. Zu diesem Posten zählen auch Aktien, die nicht an einer Börse notiert sind. 2001 machten sonstige Anteilsrechte noch 9,4 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2014 lag der Anteil bei lediglich 5,4 Prozent.

Aktien

Das in Aktien investierte Vermögen der deutschen Haushalte ist über die Jahre zurückgegangen. 2014 legten die deutschen Haushalte 4,5 Prozent ihres Vermögens in Aktien an. 2001 lag der Anteil noch bei 5,8 Prozent.

Anleihen

Die Renditen für Anleihen sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld unattraktiv. Die Haushalte reagieren darauf und investieren deutlich weniger in die Wertpapiere. 2001 lag der Anteil der Anleihen am Haushaltsvermögen noch bei 6,3 Prozent. Im vergangenen Jahr ging die Quote auf 3,4 Prozent zurück.

Aktienfonds

Auch die indirekte Anlage in Aktien durch Aktienfonds hat an Beliebtheit verloren. Nur 2,8 Prozent des Gesamtvermögens investierten die Haushalte in Aktienfonds. 2001 lag der Wert noch bei 2,9 Prozent.


Fondsexperten raten Anlegern daher, zumindest einen Teil ihres Vermögens in Index nachbildende Fonds, kurz ETFs, zu stecken. „Den Börsenindex zu schlagen, das ist für aktive Fondsmanager auch längerfristig eine echte Herausforderung“, stellt Studienautor Daniel Ung von S&P fest. Zwar gebe es Fondsmanager, die das schafften - doch nicht nur in Europa, auch weltweit falle es dem durchschnittlichen Fondsmanager schwer, Mehrwert im Vergleich zu Indizes herauszuholen.

Besonders großen Problemen müssen sich Manager von Fonds für globale Aktien und US-Aktien stellen. Mindestens 97 Prozent der untersuchten 1300 Aktienfonds entwickelten sich in den vergangenen fünf Jahren unterdurchschnittlich. So stieg der Index „S&P Global 1200“ in den vergangenen fünf Jahren um 14,3 Prozent pro Jahr, Manager globaler Aktienfonds schafften aber im Mittel nur ein jährliches Plus von 8,8 Prozent. Auch für die Manager deutscher Aktienfonds fällt das Ergebnis schlecht aus: Fast 73 Prozent verfehlen den Börsenvergleichsindex „S&P Germany BMI“.

Was Ung von S&P besonders wundert: Die Lage hat sich gegenüber dem Jahr 2013 noch zugespitzt. Während damals über alle Anlageklassen hinweg knapp zwei Drittel aller Manager schwächere Leistungen als der Index zeigten, waren es zuletzt sogar 83 Prozent. Dabei führten die vielen Krisenherde weltweit und die Wachstumsschwäche in Europa zu starken Kursausschlägen an den Börsen. „Das ist normalerweise ein guter Nährboden für aktive Fondsmanager, um ihre Fähigkeiten auszuspielen und Diskrepanzen zu nutzen“, erklärt Ung.

Kommentare (3)

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Reiner Blumenhagen

07.05.2015, 10:29 Uhr

Das ist für mich nicht sehr hilfreich. Für die Fragestellung "ich suche einen Fonds ohne Währungsrisiko mit hohen Ausschüttungen" sind die Auswahlmöglichkeiten ungeeignet.

Account gelöscht!

07.05.2015, 11:19 Uhr

So funktioniert digitale Beratung im Zeitalter von Industrie 4.0.

Man(n) sprich Brüssel will es so!

Man/n) darf dann wieder zukünftig sagen, wie aus großen Vermögen kleinere werden.

Irgendwie kommt einem das doch bekannt vor?!

Herr Ercole Domenico

07.05.2015, 12:16 Uhr

Was wäre wenn alle Menschen vom Kapitalerträge leben wollten ode könnten?
Schön wäre es, da braucht keiner mehr arbeiten.

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