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08.03.2006

14:47 Uhr

Fondsanbieter

HCI kann wohl nicht an Rekordjahr anknüpfen

Der Hamburger Fondsanbieter HCI Capital traut sich nach dem Rekordjahr 2005 dieses Jahr keinen größeren Gewinnzuwachs mehr zu.

HB HAMBURG. Der Überschuss werde 2006 zwischen 36 und 38 Millionen Euro liegen, kündigte das im Kleinwerte-Index SDax gelistete Unternehmen am Mittwoch an. 2005 stieg der Gewinn um gut 83 Prozent auf 37,8 Millionen Euro. Verbesserungen erwartet HCI allerdings im operativen Geschäft. Der Umsatz soll auf 158 bis 163 Millionen Euro klettern, nachdem es 2005 gut 150 Millionen waren.

Bei Anlegern plant HCI ein Volumen von mindestens 700 Millionen Euro einzusammeln nach zuletzt 648 Millionen. Wie der Start ins neue Jahr bislang verlaufen ist, wollte Firmenchef Harald Christ auf der Bilanz-Pressekonferenz in Hamburg nicht verraten.

Mit seinem Ausblick erfreute das erst seit Herbst an der Börse gelistete Unternehmen Anleger und Analysten. Die Aktie stieg um über zwei Prozent auf 19,28 Euro - liegt damit aber weiterhin unter ihrem Ausgabepreis von 20,50 Euro. Der Ausblick liege über den Erwartungen, sagte HVB-Analyst Lucio Di Geronimo. Das angepeilte Ergebnis scheine realistisch, da HCI bereits zu Jahresbeginn eine gut gefüllte Produktpipeline habe.

Der Fondsanbieter, Konkurrent des ebenfalls in Hamburg angesiedelten Emissionshauses MPC, plant derzeit keine Akquisitionen. „Zukäufe haben keine Priorität für uns. Ich kann aber strategische Kooperationen oder Akquisitionen in den nächsten Jahren nicht ausschließen“, sagte Christ im Gespräch mit Reuters. „Unsere Kriegskasse ist mit 100 Millionen Euro gut gefüllt.“ In der Schweiz plane HCI „sobald wie möglich“ einen Marktauftritt. Auch in einem weiteren europäischen Land wolle sich die Gesellschaft engagieren.

Weniger abhängig von Schiffen

HCI will künftig stärker auf Immobilien setzen, um weniger abhängig von Schiffsbeteiligungen zu sein. 2005 machten diese drei Viertel des Platzierungsvolumens aus. In drei Jahren solle es nur noch die Hälfte sein, sagte Christ. „Die Hauptaufgabe lautet Diversifizierung auf der Produktseite.“ Bis 2009 solle der Immobilienbereich etwa 30 Prozent zum Platzierungsvolumen beisteuern. Derzeit seien es erst gut sechs Prozent.

Von den angepeilten 700 Millionen Euro Platzierungsvolumen sollen im laufenden Jahr 400 (Vorjahr 496) Millionen Euro aus dem Bereich Schiffsbeteiligungen kommen. In der Sparte Lebensversicherungs-Zweitmarktfonds soll das Volumen 130 (37) Millionen Euro betragen, bei Immobilien ebenfalls 130 (82) und bei Private-Equity-Dachfonds mindestens 40 (17) Millionen Euro. HCI-Konkurrent MPC fährt unterdessen eine andere Strategie: Das im Nebenwerte-Index MDax gelistete Unternehmen setzt dieses Jahr stärker auf Schiffsbeteiligungen statt auf Immobilien, hat aber auch ein ausgewogeneres Portfolio.

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