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14.06.2012

11:43 Uhr

Fondsbilanz

Investoren fliehen in Rentenfonds

VonIngo Narat

Europas Anleger halten sich wegen des Wirbels an der Börse zurück. Wenn sie doch investieren, suchen sie verstärkt nach sicheren Anleihen. Besonders Rentenfonds sind gefragt.

Die Anleger flüchteten sich im April besonders in Anleihefonds. gms

Die Anleger flüchteten sich im April besonders in Anleihefonds.

FrankfurtAnleihefonds sind bei den europäischen Anlegern die Favoriten. Das zeigen die jetzt vom nationalen Fondsverband vorgelegten Absatzzahlen für Deutschland wie auch die europäischen Daten von der Londoner Analysefirma Lipper. Die Angaben werden zeitverzögert publiziert und beziehen sich auf den Monat April.

Europaweit summierten sich die Netto-Investments auf 20,3 Milliarden Euro. Das entspricht etwa der Hälfte der März-Zuflüsse. Besonders gesucht waren sicherheitsbetonte Anlagen. Dazu gehören die Geldmarktfonds mit einem Zufluss von 18,8 Milliarden Euro, gefolgt von den Anleiheprodukten mit 11,1 Milliarden Euro. Laut Lipper waren bei den Bonds vor allem die Produkte für Schwellenländer, internationale Anleihen und Unternehmenstitel sowie jene für US-Emissionen gefragt. Die größten Absatzerfolge verbuchten die französischen Anbieter Amundi und Crédit Mutuel, darüber hinaus UBS und Allianz/Pimco.

Insgesamt verwaltet die Branche in Europa jetzt knapp 5,6 Billionen Euro. In Deutschland stecken 681 Milliarden Euro in Publikumsfonds für Privatanleger (siehe Grafik), hinzu kommen hier noch 185 Milliarden Euro Kapital von institutionellen Investoren.

Gerade in Deutschland scheinen die April-Abflüsse von 6,7 Milliarden Euro bei den Publikumsfonds aus dem Rahmen zu fallen. Das dürfte vor allem dem Abzug von Mitteln aus Aktienfonds zuzuschreiben sein. Allerdings wechselte eine Oppenheim-Produktfamilie zu einem Verwalter, der nicht von der Statistik erfasst wird. Darüber hinaus verbuchte der Indexfondsanbieter iShares Abflüsse bei einem Dax-Produkt, was durch steuerliche Gründe bei Investoren motiviert war. Diese Mittel sind wieder zugeflossen. Zusammen sind diese statistischen Effekte für ein Minus von 6,9 Milliarden Euro verantwortlich.

Bei realistischer Betrachtung dürften daher die Nettozuflüsse nahe null liegen. Die in vier Wochen vorgelegte Mai-Bilanz könnte ähnlich ausfallen. Das ergaben Rückfragen bei großen deutschen Anlagehäusern wie der Deutsche-Bank-Gesellschaft DWS und der zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörenden Union Investment. Bei beiden Häusern war von vergleichbaren Absätzen in beiden Monaten die Rede. Bei der DWS hieß es darüber hinaus, die Verunsicherung der Anleger nehme zu.

Kommentare (1)

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02.10.2012, 13:01 Uhr

Rentenfonds sind der sicherste Weg, um sein Erspartes langsam aber sicher zu verlieren...

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