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01.06.2012

09:52 Uhr

Fondsbilanz

Leere Versprechen, hohe Verluste

VonDörte Jochims

Die Anleger können es kaum glauben: Fonds, die als konservativ und sicher beworben wurden, sind völlig abgeschmiert. Manche Produkte haben fast 70 Prozent verloren. Eine desaströse Bilanz.

Renditecheck: Viele Mischfonds schneiden schlechter ab als der Markt. dpa-tmn

Renditecheck: Viele Mischfonds schneiden schlechter ab als der Markt.

Er heißt Dr. Alexander Seibold und wurde 2009 vom Analystenhaus First Five zum Vermögensverwalter des Jahres gekürt. Seither ist er vor allem auf Börsen- TV-Sendern ein gefragter Gesprächspartner. Doch nahezu unbemerkt sind zwei Mischfonds, die er berät, völlig abgeschmiert.

So verlor der von ihm für die Fondsgesellschaft Hansainvest verwaltete DSC Active Return seit der Auflegung im April 2010 fast 70 Prozent an Wert. Auch beim etwas riskanter ausgerichteten DSC Active Opportunities lief es kaum besser. Dabei verspricht der Investor KID des DSV Active Return, dass der Fonds „eine defensive und auf Sicherheit orientierte Anlagepolitik“ verfolgt. Die Erzielung eines kontinuierlichen Ertrags pro Quartal stehe dabei genauso im Mittelpunkt, wie eine hohe Risikobegrenzung.

Bei der Frage, wie es bei diesem Risikoniveau vor allem im vergangenen Jahr zu derart starken Verlusten kommen konnte, verweist Seibold auf andere Papiere, die ebenfalls schlecht abgeschnitten haben: „2011 war für viele Fonds ein sehr schlechtes Jahr, egal in welcher Assetklasse der Schwerpunkt lag.“ Fonds mit einem 40 bis 60 Prozent negativem Ergebnis seien in 2011 keine Seltenheit gewesen. Auch scheinbar konservative Fonds hätten teilweise erhebliche Verluste erlitten.

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Auch wenn die Liste von schlechten Fonds sehr lang sein mag, fallen einige Portfolios besonders negativ auf. Sogar Verluste von knapp 50 Prozent per annum sind möglich. Welche Fonds Anleger viel Geld kosteten.

Der Begriff konservativ relativiere sich in bestimmten Börsenphasen. Zudem sei sein Mischfonds Active Constant Profit Global ausgezeichnet worden, weil er den Ausbruch der Finanzkrise mit Bravour gemeistert habe. Inzwischen büßte auch dieses Portfolio auf Jahressicht 35 Prozent an Wert ein.

Mit einem Minus von 48 bis 49 Prozent im Zwölf-Monats-Zeitraum rangieren die von Seibold gemanagten Portfolios DSC Active Return und DSC Opportunity bei flexiblen Mischfonds ganz hinten– gefolgt von fünf Portfolios des Vermögensverwalters Hans Werner Brandt (HWB Capital),die mehr als 25 Prozent verloren. Miserabel fiel auch das Ergebnis vieler Managed-Futures-Fonds aus, die zuvor oft über Jahrzehnte stabile Erträge vorweisen konnten. So verlor der AC Pharos Evolution Fund jährlich 18 Prozent im Dreijahresmittel. Auch der österreichische Anbieter Superfund musste Federn lassen.

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Nur wenige Fonds schlagen regelmäßig den Markt. Eine Auswahl von Produkten mit verschiedenen Anlagestrategien zeigt, welche Fonds für Anleger interessant sein könnten.

Tatsächlich waren die Märkte in den vergangenen Jahren selbst für ausgewiesene Profis nur schwer einzuschätzen. Nach einem anfänglichen Plus brachen die Kurse im Juli 2011 ein, bewegen sich aber seither wieder in einem Aufwärtstrend. Unterm Strich hätten Anleger, die direkt auf den Dax oder den MSCI World gesetzt hätten, seit April 2010 eine mehr oder weniger schwarze Null erzielt.

Viele Banker empfahlen ihren Kunden seit Ausbruch der Finanzkrise Mischfonds. So hat sich das investierte Volumen seit 2004 von 28 auf 118 Milliarden Euro vervielfacht. Die Überlegung: Wer sein Vermögen auf verschiedene Anlageklassen aufteilt, kann Risiken, die bei einer Anlage in lukrativen Anlageklassen wie Aktien entstehen, abfedern. Zudem dürfen die Manager oft zusätzlich Derivate einsetzen, die in schlechten Zeiten Puffer bieten sollen.

Kommentare (15)

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BCC1979

01.06.2012, 10:07 Uhr

...habe grade kurz den Artikel überflogen und mir sind einige Sachen aufgefallen:

-Statt Bestandsprovision ist hier evtl. Management-Fee gemeint, passt vom Zusammenhang irgendwie besser (?)
-Der Fonds M&G Global Basics ist ein reiner Aktien- und kein Mischfonds, daher wundert es mich etwas, das er an dieser Stelle auftaucht. Das könnte sicherheits-orientierte Anleger die den Artikel lesen in die Irre führen...
-Loser schreibt man mit einem "o"
-Den historisch niedrigen Geldmarktzins als "absolute return" zu bezeichnen finde ich fragwürdig. Absolut ja, aber Geldmarkt-Returns sind derzeit quasi nicht vorhanden und real sogar negativ.

Account gelöscht!

01.06.2012, 10:19 Uhr

Es wäre einfacher, wenn alle Menschen nur das tun würden, von denen sie wirklich etwas verstehen oder anders: rede nur von Dingen, die du kennst, sonst frage oder schweige.

Dies gilt insbesondere für die Fondsmananger. Aber auch für die vielen Anleger, die oft Dinge tun, denen sie selber sprachlos gegenüberstehen.
Zum Schluss stehen alle vor einem Scherbenhaufen und beschweren sich bei der Wirklichkeit, dass sie ihre gedachte Wunschrichtung nicht eingehalten hat.

Account gelöscht!

01.06.2012, 10:22 Uhr

Die einzigen Fonds die man wirklich ohne Aengste geniessen kann, sind gute Fonds wie Gemuesefond, Rindfleischfond, etc. Da kommt man beim Essen leicht auf seine Kosten :-)

Bei den anderen Fonds kommt nicht selten nur der Fonds durch die Gebuehren auf seine Kosten. Der ist der SICHERE Gewinner. Meine Erfahrung: je glaenzender und optimistischer die Prospekte, um so weniger sollte man sich blenden lassen. Ein Fonds, der nicht auch klar die Risiken aufzeigt, der sollte besser mit sich alleine gelassen werden. Aber selbst dies garantiert noch keinen Anlageerfolg.

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