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12.02.2014

18:51 Uhr

Fondsgebühren

Money for nothing?

VonSara Zinnecker

Sie sind die Lieblinge der Fondsgesellschaften, Verbraucherschützer würden sie am liebsten abschaffen: Erfolgsprämien bei Fonds, sogenannte Performance-Fees, sind umstrittener denn je. Was Verbraucher wissen sollten.

Geldregen ohne faire Gegenleistung? Kritiker beschuldigen die großen Fondsgesellschaften, die Performance-Fee sei ein reines Zusatzgeschäft.

Geldregen ohne faire Gegenleistung? Kritiker beschuldigen die großen Fondsgesellschaften, die Performance-Fee sei ein reines Zusatzgeschäft.

DüsseldorfAusgabeaufschlag, Verwaltungsgebühr, Depotkosten: Wenn es um Fondsgebühren geht, sind Anleger so manches gewöhnt. Dass Fondsgesellschaften jedoch neben den bekannten Gebühren zusätzlich noch Erfolgsprämien verlangen können – auch dann, wenn Fonds sich negativ, aber besser als der Vergleichsindex entwickelt haben – das dürften wohl die wenigsten gewusst haben.

Rund 600 Publikumsfonds in Deutschland mit etwa 1,1 Milliarden verwaltetem Vermögen haben laut Angaben des Branchenverbands BVI mittlerweile eine sogenannte „Performance-Fee“ in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festgeschrieben. Die Erfolgsgebühr ist immer dann zu zahlen, wenn der Fonds einen vorher definierten Vergleichsindex (Benchmark) schlägt.

Verbraucherschützer kritisieren allerdings scharf, dass manche Fondsgesellschaften die Gebühr auch bei einer negativen Entwicklung berechnen – eben dann, wenn die Benchmark noch schlechter gelaufen ist. Und dies ist nur einer ihrer Kritikpunkte an den seit Sommer geltenden, schärferen, Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

So regelt die BaFin aktuell die Performance-Fee

Welcher Vergleichsindex?

Die Aufsicht verlangt von den Fondsgesellschaften, dass sie eine sinnvolle Benchmark wählen; sie muss zum Anlagestrategie des Fonds passen, die Anlageschwerpunkte widerspiegeln. Dafür muss auch der Fonds einen Anlageschwerpunkt explizit ausweisen.

Wann ist die Gebühr fällig?

Die Performance-Fee wird nur fällig, wenn der Fonds den gültigen Vergleichsindex schlägt. Dies schließt nicht aus, dass die Fondsgesellschaften sie auch erheben dürfen, wenn der Fonds sich weniger negativ entwickelt als der Vergleichsindex. Manche Fondshäuser, etwa Union Investment, verzichten jedoch auf diese Variante.

Verlustvortrag

Wenn sich ein Fonds über mehrere Jahre schlechter entwickelt als der Vergleichsindex, muss er den kumulierten Verlust erst ausgleichen, bevor er wieder eine Performance-Gebühr erheben darf. Manko bleibt allerdings, dass der Fonds nach fünf Jahren "genullt" wird. Wenn ein Fonds seine Benchmark im sechsten Jahr schlägt, müssen Anteilseigner zahlen egal, wie schlecht der Fonds vorher gelaufen ist.

Abrechnungsperiode

Die Abrechnungsperiode darf nicht kürzer als 12 Monate sein; sie kann jedoch darüber hinaus gehen und muss nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen.

Berechnung auf die Nettoperformance

Bislang konnten die Fondsgesellschaften die Zusatzgebühr auf die Differenz der Fondsentwicklung zur Benchmark brutto berechnen – also bevor andere fixe Gebühren abgezogen wurden. Die BaFin hat jetzt verfügt, dass Verwaltungsgebühr, Depotführung und co. zunächst abgezogen werden müssen. Nur, wenn die Differenz aus Fonds- und Indexentwicklung dann immer noch positiv ist, wird die Fee fällig.

Höhe der Gebühren

Die BaFin sieht sich nicht zuständig, die Höhe der Gebühren zu deckeln. Dies sei eine rein wirtschaftliche Entscheidung der jeweiligen Fondsgesellschaft.

Annabel Oelmann, Leiterin der Gruppe Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mahnt beispielsweise auch an, dass Fonds nach fünf Jahren, in denen sie relativ zum Vergleichsindex schlechter abgeschnitten haben und keine Erfolgsprämie einstreichen konnten, wieder auf Anfang gestellt werden.

Will heißen: Ein Fonds, der im sechsen Jahr den Index schlägt, kann die Erfolgsprämie kassieren, ohne, dass er den Misserfolg der vergangenen halben Dekade noch aufholen muss. „Der Verlustvortrag sollte nicht auf fünf Jahre begrenzt werden“, benennt Oelmann den regulatorischen Nachholbedarf.

Kommentare (6)

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Politik_beugt_das_Volk_

12.02.2014, 19:38 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Dike

12.02.2014, 20:00 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Mainfranke

13.02.2014, 08:36 Uhr

Einige Fonds nehmen eine Performancegebühr, wenn Sie eine bestimmte Rendite übersteigen, z.B. 8% p.a.

Damit habe ich überhaupt kein Problem.

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