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13.06.2012

16:00 Uhr

Fondsgesellschaft

Franklin Templeton will ETFs auflegen

Mit Franklin Templeton steigt eine weitere große US-Fondsgesellschaft ins Geschäft mit börsennotierten Indexfonds ein. Doch mit der Einführung des Short Duration Government ETF ist das Institut recht spät dran.

ETFs haben sich bei Investoren zuletzt stark wachsender Beliebtheit erfreut. dapd

ETFs haben sich bei Investoren zuletzt stark wachsender Beliebtheit erfreut.

FrankfurtFranklin Templeton hat bei der US-Finanzaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) beantragt, aktiv gemanagte ETFs beantragen zu dürfen, wie aus dem entsprechenden Antrag am Mittwoch hervorging. Damit reiht sich das Unternehmen in eine Liste großer US-Gesellschaften ein, die bislang ausschließlich klassische, aktiv gemanagte Investmentfonds angeboten haben und nun vom ETF-Boom profitieren wollen.

Als ersten ETF plant Franklin Templeton den Short Duration Government ETF. Dieser soll überwiegend in US-Staatsanleihen investieren. Zudem hat die Gesellschaft beantragt, ETFs auflegen zu dürfen, die in Aktien, Währungen und forderungsbesicherte Kreditderivate (Asset Backed Securities) investieren. Bei allen Fonds soll es sich dem Antrag an die SEC zufolge um aktiv gemanagte ETFs handeln, die vom klassischen ETF-Konzept abweichen.

Üblicherweise bilden ETFs die Wertentwicklungen von Finanzmarktindizes ab, indem sie deren Wertpapiere im Portfolio halten oder Derivategeschäfte eingehen. Aktiv gemanagte ETFs investieren unabhängig von Börsenbarometern in einzelne Wertpapiere oder ETFs. In den USA gibt es bereits mehrere solcher Fonds und zahlreiche entsprechende Anträge an die SEC. In Europa steckt dieser Ansatz noch in den Kinderschuhen.

Auch wenn aktiv gemanagten ETFs keine Indizes zugrunde liegen, bieten sie im Unterschied zu klassischen aktiv gemanagten Investmentfonds wesentliche Eigenschaften von ETFs. Dazu gehört, dass die Portfoliobestände täglich veröffentlicht werden statt nur einmal monatlich oder gar quartalsweise. Zudem können nicht nur die Fondsgesellschaften Anteile ausgeben und zurücknehmen, sondern auch andere Handelspartner - sogenannte Authorized Participants (APs) oder Designated Sponsors. Und untertags sind die Fonds zu ständig aktualisierten indikativen Nettoinventarwerten handelbar, welche die APs oder andere Market Maker berechnen. Bei klassischen Investmentfonds ermitteln die Fondsgesellschaften nur am Ende jedes Handelstages Nettoinventarwerte.

Börsennotierte Indexfonds haben sich bei Investoren in den vergangenen Jahren stark wachsender Beliebtheit erfreut. Experten zufolge gibt es dafür vor allem zwei Gründe: die im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds geringen Kosten und die aufgrund des Börsenhandels hohe Liquidität. Wegen des großen Erfolgs versuchen immer mehr klassische Fondsgesellschaften, auch im ETF-Geschäft Fuß zu fassen.

Im Vergleich zu großen Wettbewerbern kommt Franklin Templetons Antrag spät. Der US-Fondsriese Legg Mason hatte Ende November 2011 um eine SEC-Genehmigung für aktiv gemanagte ETFs gebeten. Bislang ist Legg Mason im ETF-Geschäft nicht aktiv. Blackrock - der weltweit größte ETF-Anbieter - hatte Ende Dezember 2011 beantragt, künftig auch aktiv gemanagte börsennotierte Indexfonds auflegen zu dürfen.

Bis die ersten ETFs von Franklin Templeton auf den Markt kommen, dürfte es noch eine Weile dauern. Denn erfahrungsgemäß ziehen sich die Zulassungsverfahren bei der SEC über mehrere Monate hin, teilweise auch länger als ein Jahr.

Von

rtr

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