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24.02.2016

16:18 Uhr

Fondsgesellschaft Union Investment

„Das achte Weltwunder wirkt nicht mehr“

VonIngo Narat

Die Fondsgesellschaft der Raiffeisenbanken hat 2015 so viel Geld eingesammelt wie nie. Doch Union Investment steht wie andere Anbieter im Visier der Behörden. Der Vorwurf: Hohe Gebühren für Fonds, die kaum Arbeit machen.

Der Union-Investment-Chef hat ein Rekordjahr 2015 hinter sich gebracht.

Hans Joachim Reinke

Der Union-Investment-Chef hat ein Rekordjahr 2015 hinter sich gebracht.

FrankfurtSo viel Geld eingesammelt wie im vergangenen Jahr hat Union Investment noch nie. Es waren genau 26,2 Milliarden Euro. Die halfen, das verwaltete Vermögen beim Fondshaus des genossenschaftlichen Bankensektors auf 261 Milliarden Euro zu steigern. Damit ist es der drittgrößte deutsche Anbieter.

Union-Vorstandschef Hans Joachim Reinke warnte aber vor Euphorie. „2016 wird ein zufriedenstellendes Jahr, aber mehr wage ich nicht zu sagen“, sagte er bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz in Frankfurt. Für ihn ist klar: „Der 2015er Boom war Draghis Droge zu verdanken.“ Demnach hat die sehr lockere Geldpolitik der EZB die Börsen beflügelt und auch den Vermögen der Fondshäuser geholfen.

Viel Geld eingesammelt hat Union Investment sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Investoren. „Sicherheit hat nach wie vor Vorrang“, sagte Reinke beim Blick auf die Anlagemotive seiner Kunden. Bei den Privaten seien insbesondere Mischfonds, offene Immobilienfonds und Sparpläne gefragt.

Die zehn größten Fondsanbieter am deutschen Markt

Franklin Templeton

19 Milliarden Euro

Generali Invest

31 Milliarden Euro

Blackrock

40 Milliarden Euro

Helaba Invest

113 Milliarden Euro

HSBC Trinkaus&Burkhardt

169 Milliarden Euro

Universal-Investment

206 Milliarden Euro

Union Investment (Volksbanken)

220 Milliarden Euro

Deka (Sparkassen)

222 Milliarden Euro

DeAWM (Deutsche Bank)

291 Milliarden Euro

Allianz Global Investors

367 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Fondsverband BVI

Dargestellt ist das Publikums-/Spezial-/Immobilienfondsvermögen // Gesamtvolumen 2600 Milliarden Euro

Stand: 31.12.2015

Die Union will künftig weiter dem typischen Sparer Wege zu höher rentierlichen Anlageformen öffnen. Es geht um die Anleger, die laut Bundesbankstatistik typischerweise rund drei Viertel ihres Geldvermögens ertraglos liegen lassen, auf Bankkonten und in zinslosen Anlagen.

„Das achte Weltwunder, der Zinseszins, wirkt nicht mehr“, sagte der Union-Chef. Als Alternative sei beispielsweise die Aktie mit langfristig höheren Erträgen ein wichtiger Baustein. „Für Anleger ist es gerade jetzt wichtig, weder in Panik noch in Schockstarre zu verfallen“, sagte Reinke mit Blick auf die kräftigen Börsenverluste der vergangenen Monate.

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