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30.01.2009

11:03 Uhr

Fondsindustrie

Anbieter schließen Dach-Hedge-Fonds

VonAnke Rezmer

Die Finanzkrise und schlechte Performance bedrohen ganze Segmente der Fondsindustrie. In Deutschland schließen reihenweise Gesellschaften ihre Dach-Hedge-Fonds. Auch große deutsche Fondshäuser sind betroffen - die Krise könnte den Niedergang des Dachfonds-Segments einleiten.

Unter den deutschen Fondshäusern bleibt nur noch die Sparkassen-Tochter Deka als Anbieter übrig. Foto: dpa Quelle: dpa

Unter den deutschen Fondshäusern bleibt nur noch die Sparkassen-Tochter Deka als Anbieter übrig. Foto: dpa

FRANKFURT. So kündigten die Deutsche-Bank-Tochter DWS und die genossenschaftlichen Union Investment jüngst an, ihre Dach-Hedge-Fonds aufzulösen. Damit verschwinden weitere drei Hedge-Fonds-Produkte großer Fondsanbieter.

Deka und DWS folgen zahlreichen Anbietern, die ihre Dach-Hedge-Fonds bereits aufgegeben haben, darunter Allianz Global Investors, Cominvest, Pioneer und UBS. Unter den großen deutschen Fondshäusern bleibt nur die Sparkassen-Tochter Deka als Anbieter übrig. Dort gibt es nach eigener Aussage keine Pläne, den 93 Mio. Euro schweren Dach-Hedge-Fonds zu liquidieren. Insgesamt existieren am deutschen Markt noch rund ein Dutzend Produkte, die gut 400 Mio. Euro verwalten. Vor gut einem Jahr steckte nach Angaben des Fondsverbands BVI in 22 Fonds noch gut doppelt so viel Kapital. Zum Vergleich: Die Fondsbranche verwaltet in Deutschland insgesamt mehr als eine Billion Euro.

Dach-Hedge-Fonds gibt es in Deutschland erst seit etwa fünf Jahren. Wie andere Dachfonds investieren auch sie in verschiedene Einzelfonds, um das Risiko zu streuen.

"Die Dach-Hedge-Fonds waren ein paar Jahre auf der Teststrecke und haben ihre Erwartungen nicht erfüllt", sagt Matthias Koss von der Fondsberatung Fonds Advice. Die jüngsten Liquidationen zeigten einen "strategischen Schwenk weg von diesen Fonds", sagt er. "Die Manager der Dach-Hedge-Fonds haben auf größere Varianten bei den Anlagestrategien gehofft", sagt auch Jan Altmann von der Fondsberatung 4assetmanagement. "Die meisten Investments waren nicht glücklich", sagt er.

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