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29.01.2007

12:10 Uhr

Fondsmanager erwarten anziehende Kurse

Japans Nebenwerte stehen vor einem Comeback

Nebenwerte gelten im Vergleich zu Aktien großer Unternehmen als risikoreich und damit schwankungsanfällig. Das galt im vergangenen Jahr besonders für japanische Aktien aus der zweiten Reihe, die nach dem Bilanzskandal um das Internetunternehmen Livedoor mitten im Höhenflug abstürzten:

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HAMBURG. So lagen die 29 bei der Bad Homburger Analyseagentur Feri gelisteten Fonds dieser Kategorie per Jahresultimo im Schnitt mit 25,43 Prozent im Minus (Tabelle). Nach Einschätzung von Shunshuke Matsushima wirkt der Skandal nach wie vor negativ auf Japans Nebenwertesegment. "Die im März zum Ende des Geschäftsjahres anstehenden Gewinnprognosen der Unternehmen dürften äußerst kritisch analysiert werden, erst in vier bis fünf Monaten wird sich die Skepsis wieder legen", so der Manager des Parvest Japan Small Cap. Mit einem Minus von relativ niedrigen 10,92 Prozent erzielte sein Fonds das beste Jahresergebnis, was Matsushima zufolge vor allem den Engagements im Elektronik-Konzern Canon und dem Edelstahlhersteller Nippon Yakin Kogyo zu verdanken ist.

Bei der Titelauswahl, für die alle japanischen Unternehmen mit einem Börsenwert zwischen zehn und 150 Mrd. Yen in Frage kommen, steht das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Vordergrund. "Stimmen die Gewinnaussichten und ist damit ein deutlich höheres KGV möglich, kommen die Aktien in die engere Wahl", erläutert Matsushima, der im Schnitt zwischen 100 und 150 Aktien im Fonds hält.

Mit rund 80 Aktien deutlich fokussierter ist das Portfolio des zweitplatzierten Small Cap Japan von Credit Suisse Asset Management, der ein Minus von 11,71 Prozent verbuchte. Aktuell setzt Tomiyama fast ausschließlich auf kleine Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 200 Mrd. Yen. Auf Branchenebene bevorzugt er etwa den Kommunikationssektor und die Bauwirtschaft, die von einer anziehenden heimischen Nachfrage besonders profitieren sollen.

Die Aussichten für sein Anlagesegment beurteilt der Credit-Suisse-Manager positiv: "Im Zuge der Kursstürze sind die Bewertungen mittlerweile auf ein attraktives Niveau gesunken". Und angesichts des robusten Wachstums der japanischen Wirtschaft sei mit sehr guten Aussichten für die Gewinnentwicklung der Unternehmen zu rechnen. "Zudem dürfte die geplanten Neuregelungen des Steuersystems die Investitionsbereitschaft der Unternehmen erhöhen", ergänzt der Fondsmanager. Anders als Matsushima, der erst in der zweiten Jahreshälfte anziehende Kurse erwartet, hält Tomiyama die Livedoor-Krise für überwunden. "Die vorsichtigen Erwartungen für das im März zu Ende gehende Geschäftsjahr sind bereits in den Kursen eingepreist", sagt er.

Autorin: C. Lindenberg, Das Investment

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