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14.02.2013

14:44 Uhr

Fondsmanager im Interview

„Vorsicht vor europäischen Aktien“

VonJessica Schwarzer

Viele Aktienmärkte sind bereits gut gelaufen. Anleger sollten vor allem in Europa nur noch selektiv investieren, sagt Helmut Kurz. Aktien aus südeuropäischen Krisenländern findet der Fondsmanager bei Ellwanger & Geiger besonders interessant.

Ein Warnschild gibt es an der Börse nicht, aber jede Menge Warnungen. dpa

Ein Warnschild gibt es an der Börse nicht, aber jede Menge Warnungen.

Die Stimmung an der Börse ist blendend, doch Sie warnen vor dem Kauf europäischer Aktien.

Warnen ist vielleicht ein etwas zu hartes Wort. Aber Anleger sollten auf jeden Fall vorsichtig sein.

Helmut Kurz ist Fondsmanager bei Ellwanger & Geiger.

Helmut Kurz ist Fondsmanager bei Ellwanger & Geiger.

Warum?
Die Euro-Krise ist längst nicht ausgestanden, viele europäische Aktienindizes sind aber bereits sehr gut gelaufen. Denken Sie nur an den Dax, der im vergangenen Jahr fast 30 Prozent zugelegt hat. Wer dennoch in Europa investieren möchte, sollte das selektiv tun.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

Umfrage

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

Der Träumer

Nomura: 8.890 Punkte

Die Super-Optimisten

8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

Die Optimisten

Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

Die Zuversichtlichen

Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

Die Durchschnittlichen

VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte

Der Durchschnitt

Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

Die 8.000er

8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

Die Vorsichtigen

7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte

Die Negativen

Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte

Die Pessimisten

National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

Der Super-Pessimist

Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Welche Länder oder Branche sind noch interessant?
Warum nicht in südeuropäischen Krisenländern investieren? Anleger könnten auf eine Erholung der Aktienmärkte in diesen Ländern setzen. Allerdings müssen sie dabei genau hinschauen und sollten Finanzwerte meiden.

Und stattdessen auf welche Werte setzen?
Ganz klar: auf Aktien von exportorientierten Unternehmen. Diese Werte werden besonders profitieren, wenn die Krise irgendwann überstanden ist und sich die Konjunktur in den südeuropäischen Ländern deutlich erholt. Die Krisenländer müssen mittelfristig ihre Handelsbilanz verbessern, die bisher chronisch defizitär ist. Davon werden natürlich die exportorientierten Branchen profitieren.

Und wenn die Krise nicht gelöst wird und die Euro-Zone im Extremfall sogar auseinander bricht?
Das ist genau der Charme der Aktien solcher Konzerne. Falls die Euro-Zone auseinanderfällt, also ein Krisenland aussteigt oder zum Ausstieg gezwungen wird, dann profitieren diese Unternehmen erst recht. Denn dann wird die wieder eingeführte Landeswährung massiv abgewertet, dadurch steigt die Nachfrage aus dem Ausland und exportorientierte Unternehmen gewinnen. Aber Achtung, falls dieses Szenario eintreten sollte, überleben nur finanziell solide Firmen. Also empfiehlt es sich vor dem Kauf einen Stresstest zu machen.

Bevorzugen Sie bestimmte Branchen?
Im Prinzip jede Branche, die viel ins Ausland liefert. Das sind beispielsweise die Maschinenbauer und teilweise die Automobilindustrie.

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