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02.01.2008

14:35 Uhr

Fonds + ETF

Fondsmanager sehen Bankenanleihen kritisch

VonClaudia Lindenberg (Das Investment)

Michiel van der Werf investiert mit dem Espa Bond USA Corporate ausschließlich in Dollar-Papiere. Dennoch ordnet die Analysegesellschaft Feri seinen Fonds der Vergleichsgruppe "Unternehmensanleihen Euro" zu. Der Niederländer sichert sämtliche Positionen in Euro ab, für Anleger besteht kein Währungsrisiko. Nach wie vor an der Spitze liegt der BWI Rentamax.

HAMBURG. Auch so lässt sich ein Spitzenplatz im Rennen um die erfolgreichste Anlagestrategie bei europäischen Firmenanleihen gewinnen: Der Fonds der österreichischen Ersten Sparinvest belegt im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich einen ausgezeichneten zweiten Platz (Tabelle).

"Zum einen liefern US-Papiere höhere Zinsen, zum anderen waren wir in diesem Zeitraum sehr defensiv investiert und hatten kaum Papiere von zuletzt unter die Räder gekommenen Finanzwerten wie Citibank oder Morgan Stanley im Portfolio", kommentiert van der Werf das überdurchschnittliche Ergebnis. Finanzwerte machen in seinem Portfolio zwar derzeit rund 60 Prozent aus, vertreten sind aber eher Titel aus der zweiten Reihe wie Wells Fargo oder Wachovia. Diese Banken hätten wie das Gros der Konkurrenz ebenfalls Abschreibungsrisiken, verfügten aber über genügend Substanz, um sie aufzufangen, sagt er.

Dietmar Zantke von BW Invest hat den Finanzsektor deutlich niedriger gewichtet. Stattdessen bevorzugt der Manager des nach wie vor an der Spitze liegenden BWI Rentamax Industrieanleihen insbesondere aus dem Automobil- und dem Versorgersektor. Finanzwerte hat er bis in den Herbst hinein komplett gemieden. "Erst seit wenigen Wochen habe ich die Position auf mittlerweile rund 20 Prozent aufgestockt", erläutert Zantke. Dabei setzt der BWI-Manager ausschließlich auf Neuemissionen von Nachranganleihen. "Sehr viele Banken haben einen großen Refinanzierungsbedarf und bieten für ihre Papiere attraktive Konditionen", sagt Zantke. So würden diese Papiere derzeit mit Zinsaufschlägen von 200 bis 300 Basispunkten gegenüber Zehnjahres-Bundesanleihen angeboten.

Trotz des Dauerabonnements des BWI Rentamax auf einen der vorderen Plätze unter den Rentenfonds mit Schwerpunkt auf Firmenanleihen rät Fondsanalyst Björn Drescher dort derzeit nicht zu einem Kauf. "Der Fondsmanager versteht unbestritten sein Handwerk, Produkte mit diesem Anlageschwerpunkt dürften auf Sicht von zwölf Monaten jedoch nicht viel Rendite einfahren", so der Herausgeber des Informationsdienstes ?Fonds im Visier" in Sankt Augustin. Wer derzeit in Renten investieren will, ist Drescher zufolge generell mit breit streuenden Produkten, die diese Papiere beimischen, besser bedient.

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