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09.09.2011

13:12 Uhr

Fondssparen

„Ruhe bewaren, nicht in Panik verfallen“

VonJessica Schwarzer

Der Börsencrash macht auch vor Fondssparverträgen nicht halt. Die Gewinne sind dahingeschmolzen, viele Verträge werden zum Minusgeschäft. Warum es wichtig ist, dass Sparer jetzt die Nerven behalten und weiter sparen.

Fondssparen können Anleger bereits mit relativ kleinen Raten von 25 oder 50 Euro. gms

Fondssparen können Anleger bereits mit relativ kleinen Raten von 25 oder 50 Euro.

DüsseldorfWer derzeit in sein Depot schaut, braucht gute Nerven. Nach dem Crash der vergangenen Wochen sehen viele Anleger sprichwörtlich rot. Viele Positionen im Portfolio notieren tief im Minus, zumindest hat sich aber ein Großteil der Gewinne in Luft aufgelöst. Das gilt auch für Fondssparpläne. Viele Anleger zweifeln nun an ihrem Engagement, denken sogar darüber nach auszusteigen oder die Sparpläne doch zumindest auszusetzen, bis die Turbulenzen an den Börsen überstanden sind.

Eine wenig überraschende Reaktion. „Anleger haben häufig den Reflex, in fallenden Märkten nicht weiter zuzukaufen“, sagt Jan Richter, Experte der Fondsberatung FondsConsult. „Doch genau das ist falsch und mindert die Rendite eines Fondssparplans empfindlich. „Wenn die Aktienkurse in den Keller rauschen, dann hilft nur eins: „Ruhe bewahren, nicht in Panik verfallen“, rät auch Frank Bock vom Fondsverband BVI.

„Es kann viel sinnvoller sein durchzuhalten und – bei Sparplänen quasi automatisch – zu günstigen Kursen Fondsanteile nachzukaufen“, sagt Henning Seeler, Fondsexperte der Comdirect Bank. Nur so könnten Sparer optimal vom sogenannten Cost-Average-Effekt - zu Deutsch Durchschnittskosten-Effekt - profitieren. Ist die Stimmung an den Börsen nämlich gut und die Aktienkurse sind hoch, kaufen Sparer automatisch weniger Anteile. Fallen die Kurse aber, weil die Stimmung schlecht ist, bekommt der Aktienfondssparer mehr Anteile für sein Geld.

Anleger sollten sich von den Kursturbulenzen an den Börsen oder von der aktuellen Wirtschaftsentwicklung nicht irritieren lassen, raten die Profis. Denn nach dem Crash ist vor dem Boom an den Aktienmärkten. Gerade dieses Auf und Ab an den Börsen macht Sparpläne mit Investmentfonds und börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds)  interessant. „Doch es gibt auch eine Reihe von Kunden, die ihre Sparpläne aussetzen oder sogar löschen, wenn es an der Börse kräftig abwärts geht“, sagt Seeler.

Das war bereits während der Finanzkrise 2008 und 2009 zu beobachten und wieder im vergangenen August, als der Dax binnen weniger Handelstage 25 Prozent nachgab. Die Reißleine zu ziehen ist ein Fehler, meinen Experten. Denn die Anleger hebeln nicht nur den Cost-Average-Effekt aus, sie verpassen auch die Erholung an den Märkten.

Kommentare (13)

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Schlaumeier

09.09.2011, 13:39 Uhr

Bloß alles verkaufen. Wir stehen an einer "Zeitenwende". Die Kredit-Aktien-Hausse seit 1980 ist vorbei. Es brechen neue, schlechte Zeiten an. Aktien werden massiv verlieren. Die Fondmanagner brauchen nur noch die "Idioten" die "das Licht ausmachen". Die sollen doch selbst investiert bleiben, wenn sie so überzeugt sind.

Hansi

09.09.2011, 13:59 Uhr

Meine Beraterin wollte mir 2008 weismachen, daß der EuroStoxx 50 die kommenden Dekaden im Jahresmittel um 8% wachsen werde (!).
Wie das möglich sein soll, wenn die Wirtschaft selbst extrem optimistisch betrachtet kontinuierlich um 3% wächst, das konnte sie mir auch nicht erklären.
Mal ehrlich - Fondssparen, überhaupt ein Aktienportfolio besitzen, das ist doch sowas von "90er Jahre"-Denke. Fehlt noch, daß einer losplärrt "Multimedia!".
Aktien sind genau wie Immobilien, künstlich aufgebläht von zuviel Leverage im System. Die Abzocke erkennen und aussteigen (zumindest für die nächsten Jahre, bis die Industriestaaten ihre Haushalte wieder ins Lot gebracht haben).

Bibabutzemann

09.09.2011, 14:39 Uhr

Ich finde es schon erstaulich, dass immer noch die Mär verbreitet wird, Aktien seien langfristig die renditestärkste Anlageklasse. Der BVI ist die Interessenvertretung der Investmentbranche. Die Sichtweise, unterlegt mit tollen Studien über die letzten 30 Jahre, dürfte also nicht neutral aus Anlegersicht sein. Ich bitte um etwas mehr kritische Recherche!

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