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17.01.2011

11:26 Uhr

Fondssparpläne

In kleinen Schritten zum Vermögen

VonHeike Schwerdtfeger
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Gute Vorsätze sollte man umsetzen – zum Beispiel den, ein Vermögen aufzubauen. Wie Anleger das auch mit 100 Euro im Monat schaffen, welche Investmentfonds sie dazu kaufen sollten, welche Banken und Fondsvermittler die günstigsten Konditionen für Sparpläne bieten. Ein Masterplan in fünf Schritten.

Mit kleinen monatlichen Summen lassen sich große Beträge erzielen. Quelle: gms

Mit kleinen monatlichen Summen lassen sich große Beträge erzielen.

HB FRANKFURT. Der gute Vorsatz ist da: "Ich will mehr Geld sparen,“ sagt Monika Steinmann*. Künftig soll ihre Bank jeden Monat 100 Euro automatisch vom Girokonto abbuchen, das Geld soll in einen Investmentfonds fließen. Lange hat die 42-Jährige die Entscheidung vor sich hergeschoben. Steinmann geht es wie den meisten Deutschen: „Mir fehlt die Zeit und die Lust, stundenlang nach guten Anlagemöglichkeiten zu forschen, aber ich wollte mir auch nichts aufschwatzen lassen“, sagt die Event--Managerin. „Ich will das jetzt schnell hinter mich bringen und den Sack zumachen. Wenn ich das Geld abbuchen lasse, ist es gut, sonst gebe ich es doch wieder aus.“

Kein Problem: Spätestens am 1. Februar kann der Sparplan stehen, der das Wachstum ihres privaten Vermögens kräftig voranbringen soll. Die Vorbereitungen dazu nehmen nicht länger als etwa drei Stunden in Anspruch – den Besuch in einer Postfiliale zur Legitimation bei einem neuen Depot mit eingerechnet. Für Anleger, die wie Steinmann erst mal 100 Euro im Monat zurücklegen wollen, hat die WirtschaftsWoche geeignete Fonds ausgewählt. Das Fondsresearch des Datenanbieters Morningstar hat dazu berechnet, wie Sparpläne mit diesen Fonds sich in den vergangenen zehn Jahren entwickelt haben. Alle Sparpläne schlugen sich besser als der deutsche Aktienindex Dax, der heute nur knapp über dem Niveau von Ende 2000 notiert.

Ausgewählt wurden Fonds, bei denen bewährte Fondsmanager die Anlageentscheidungen treffen und die sowohl in schwachen Börsenphasen als auch im Boom gute Ergebnisse erzielen konnten. Hinzu kommen börsengehandelte Indexfonds, die sich fix an Aktienindizes wie dem Dax oder dem Europaindex von MSCI orientieren. Damit von den 100 Euro, die Monika Steinmann einzahlen will, möglichst viel im Fonds ankommt, müssen die Nebenkosten runter: Banken und spezialisierte Fondsvermittler bieten Fonds ohne die üblichen Kaufkosten an. Der sogenannte Ausgabeaufschlag, der bei Aktienfonds um die fünf Prozent der Einzahlungssumme ausmacht, entfällt bei ihnen entweder komplett oder wird zumindest auf die Hälfte reduziert. Günstige Anbieter richten zudem ein kostenloses Depot ein. Wer gute Spar-Vorsätze jetzt umsetzen will, sollte in fünf Schritten vorgehen.

Risikobereitschaft prüfen

Monika Steinmann ist klar, dass sie es mit 100 Euro nicht zur Millionärin bringen wird. Dazu müsste sie 25 Jahre monatlich 1090 Euro zurücklegen und eine für gute Aktienfonds realistische Rendite von jährlich acht Prozent erzielen.

Sie fängt erst mal klein an. Ihre Altersvorsorge besteht bisher aus zwei Säulen: Sie bekommt eine staatliche Rente, weil sie bis zur Geburt ihres Sohnes in die Rentenkasse eingezahlt hat. Hinzu kommt eine Immobilie in Frankfurt, die sie zusammen mit ihrem Bruder geerbt hat. Das Mehrfamilienhaus ist saniert und derzeit gut vermietet. Nach allen Rücklagen, die die Geschwister für die spätere Instandhaltung zur Seite legen, bleiben Steinmann 100 Euro zum Sparen. Die Rate kann sie entbehren, ohne sich einschränken zu müssen. Der Betrag soll möglichst über Jahrzehnte wachsen und irgendwann ihre Rente aufbessern, einen Teil könnte sie vielleicht zuvor als Startkapital fürs Studium ihres Sohnes nutzen.

Ein Berater riet Steinmann zu einer Lebensversicherung. Ein gutes Geschäft – vor allem für den Berater, der seine Provision für den Vertrag direkt nach dem Abschluss einstreicht. Versicherte zahlen dann mitunter über Jahre Raten, nur um die Provision zu bezahlen und ohne dass ein Cent angespart wird. Da Steinmann bereits eine günstige Risikolebensversicherung abgeschlossen hat, benötigt sie keinen Todesfallschutz mehr, sondern eine gute Rendite für den Vermögensaufbau. Die dürfte ein guter Fonds auf lange Sicht eher bringen als eine Lebensversicherung. Zudem bleibt sie mit einem Fonds flexibel. Sie könnte die Rate jederzeit erhöhen, den gesamten Bestand in einen anderen Fonds übertragen oder die Einzahlung stoppen. Im Notfall kann sie die Fonds zum aktuellen Wert zu Geld machen.

Vor Anlagebetrug und Bankpleiten ist Steinmann weitgehend geschützt: Fonds sind Sondervermögen, die in ihnen enthaltenen Aktien gehören dem Anleger. Die Fondsgesellschaft darf dem Fondsvermögen nur Geld für Zwecke entnehmen, die sie zuvor in einem Prospekt benennt.

* Name geändert

Kommentare (6)

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tbhomy

17.01.2011, 12:59 Uhr

Fondssparpläne sind unflexibel bzw. deren Vermittler sind es. Wenn ich sinnvoll in Fonds investieren möchte, sollte ich selbst Erfahrung in den relevanten Märkten haben oder mein Vermittler sollte wissen, wie diese Märkte funktionieren und wann Handlungsbedarf für Umschichtungen ist. Dann bleibt es meine Entscheidung, die Verantwortung aus der Hand zu geben. Verantwortung in falschen Händen und das Fehlen von Flexibilität bei veränderter Marktlage waren für viele Kleinanleger in der Vergangenheit bereits mehrmals der Supergau. Kaum ist die Krise aus einigen Köpfen raus, tappen zahlreiche Anleger genau in die gleichen Fallen und machen es wie zuvor. Der Michel lernt es halt nie. Verdienen kann ich in finanzgeschäften nur, wenn ich mein Geld selbst anlege. Die Profis, die das ebenso gut machen könnten, kann der Kleinanleger nicht bezahlen...

Hansi

17.01.2011, 13:44 Uhr

Fondssparpläne sind doch das Letzte! Was da an Gebühren an die Depotbank geht, furchtbar. Deshalb sind die ja so heiss drauf, den Schrott unters Volk zu bringen.
Wenn ich wirklich in Aktien investieren will, spare ich monatlich aufs Tagesgeldkonto, bekomme wenigstens noch Minizinsen und kaufe auf einen Schlag, natürlich nicht beim Allzeithoch. Auf keinen Fall Fondsparplan.

aruba

17.01.2011, 15:30 Uhr

Guten Tag;.... Liebes Handelsblatt;.... bitte erzaehle keinen bloedsinn. im Gulli sind 100 Euro besser angelegt als in Fondsparen. Wer pro Monat nur 100 Euro ueber hat;... den sollen Sie nicht auch noch dazu verleiten sein Geld in den Sand zu setzen. Raten Sie dem armen Schwein lieber er soll sich ein Sparschwein kaufen,.... dieses wird ihn nie betruegen,... klaut ihm keine Unkosten, und ist Stubenrein. im uebrigen wird es nicht von Gesindel ( wie bankern und Versicherer ) gehuetet. Sollte der arme Sparer irgendwann " Geld " haben, dann soll er zu einer bank ( einer echten ) gehen. Nicht zu einer die Kleinsparer auspluendert und von Windbeuteln und Second-Hand Consultants geleitet wird. Nein,... zu einer bank. ich glaube Sie haben mich sehr gut verstanden....... Oder ?. besten Dank

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