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02.03.2006

14:26 Uhr

Fondsstrategien

Schwellenländer-Bonds gelten als teuer

VonEgon Wachtendorf (Der Fonds)

"Anleihen aus Schwellenländern waren noch nie teurer als heute", sagt Paul Murray-John, Fondsmanager des Emerging Market Bond Fund der britischen Investmentgesellschaft Threadneedle.

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HAMBURG. Murray-John ist seit 18 Jahren im Geschäft. Mit seinem Portfolio erzielte er in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 24,69 Prozent (siehe Tabelle) - ein Wert, der nach Einschätzung von Murray-John in den kommenden zwölf Monaten nicht nochmals zu erzielen sein wird.

Dennoch gibt sich der Bondexperte zuversichtlich, dass sein vorwiegend aus lateinamerikanischen und osteuropäischen Anleihen bestehender Fonds-Mix auch 2006 besser abschneiden wird als traditionelle US-Staatsanleihen. Seine Begründung: "Das Umfeld aus stetigem Weltwirtschaftswachstum und niedriger Inflation ist derzeit für die Volkswirtschaften der aufstrebenden Länder nahezu ideal." Deshalb sei ein weiteres Absinken der Renditen, die derzeit nur noch 200 Basispunkte über US-Papieren liegen, auf 150 Basispunkte denkbar.

Zusätzlichen Auftrieb erhofft sich der Threadneedle-Manager von Schuldtiteln, die in lokaler Währung ausgestellt sind und rund 20 Prozent des Portfolios ausmachen. Murray-John: "Insbesondere der brasilianische Real hat noch Potenzial." Da sein Vergleichsindex ausschließlich auf US-Dollar lautende Papiere berücksichtigt, hält er eine weitere Ausweitung des lokalen Anteils aber für problematisch.

Um die Zusammensetzung von Vergleichsindizes hat sich dagegen Raphael Kassin noch nie geschert. Der Manager des ABN Amro Global Emerging Markets Bond Fund (USD) investiert bevorzugt dort, wo er kurzfristig Chancen erkennt. Dabei stellen die drei größten Länderblocks meist mehr als die Hälfte des Fondsvermögens, aktuell kommen allein Argentinien und Venezuela auf mehr als 55 Prozent. Der Erfolg gibt seinem unkonventionellen Handeln Recht: Weder auf Sicht von zwölf Monaten noch von drei Jahren erzielte ein anderer Fonds der Vergleichsgruppe ein besseres Ergebnis. Doch auch für Kassin zeigen sich Grenzen auf: Anleihen in lokaler Währung dürfen maximal zehn Prozent seines Portfolios ausmachen, derzeit sind es knapp vier Prozent.

"Sich nicht am Index zu orientieren, ist die einzig richtige Art, diesen Markt zu spielen", meint auch Thierry Feltgen. Gleichwohl empfiehlt der Analyst des unabhängigen Luxemburger Fondsvermögensverwalters Fund-Market den ABN-Amro-Fonds nur Anlegern, die das Risiko eines solchen Engagements genau abschätzen können. Für die hauseigenen Portfolios bevorzugt Feltgen derzeit allerdings Fonds, die wie der Julius Bär Local Emerging Bond oder der ING Emerging Markets Debt LC ausschließlich auf lokale Währungen setzen. Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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