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10.01.2008

16:21 Uhr

Fondsstrategien

Sicherheit ist Trumpf

VonAnke Rezmer

Die Fondsgesellschaften stellen sich in diesem Jahr auf extrem risikoscheue Anleger ein. Aktien sind wenig gefragt, dafür werden gut abgesicherte Vermögensverwaltungslösungen mit Garantieprodukten und Dachfonds immer wichtiger.

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Geldmarktfonds sind bei Anlegern beliebt.

FRANKFURT. Produkte, die Sicherheit versprechen, haben den Fondsanbietern die Jahresbilanz 2007 gerettet. In diesem Jahr erwarten Strategen, dass die enorme Risikoscheu der Investoren anhält. Fondshäuser stimmen ihre Strategien darauf ab.

Mit neuem Anlegerkapital von schätzungsweise 26 Mrd. Euro netto erreichten Geldmarktfonds 2007 nicht nur ein Rekordvolumen, sondern wurden zum zweien Mal in Folge die erfolgreichste Fondsgruppe. Addiert man dazu die Zuflüsse von rund zwölf Mrd. Euro des laut Analysten absatzstärksten deutschen Publikumsfonds, des geldmarktnahen, steueroptimierenden Uni Opti 4 der genossenschaftlichen Union Investment, haben Anleger knapp 40 Mrd. Euro in geldmarktorientierte Fonds gesteckt. Gefragt waren zudem Fonds mit Kapitalgarantie.

„Anleger kaufen nach wie vor alles, was Sicherheit verspricht“, sagt ein Fondsexperte. Das gilt nicht nur für Private. Auch Profis wie Pensionskassen parken große Teile ihres Milliarden-Vermögens am Geldmarkt. „Die Unsicherheit am Kapitalmarkt ist bei institutionellen Investoren ein großes Thema“, sagt Sven Lorenz, Geldmarktfonds-Spezialist bei JP Morgan Asset Management (JPMAM).

Geldmarktfonds stehen wieder hoch im Kurs, nachdem sie bei Ausbruch der US-Hypothekenkrise in schlechtes Licht geraten waren. Ein kleiner Teil der Fonds investierte in krisenbedingt illiquide forderungsbesicherte Wertpapiere schwacher Bonität und belastete die ganze Sparte. „Anleger haben gelernt, klassische und exotische Geldmarktfonds auseinander zu halten“, sagt der Experte einer betroffenen Gesellschaft.

In diesem Jahr rechnen Bankstrategen nicht damit, dass das Sicherheitsstreben der Anleger nachlässt. Analysten prognostizieren für die Aktienmärkte ein moderates Jahr, da die Folgen der Hypothekenkrise noch nicht voll einschätzbar sind und Ökonomen über eine Rezession in den USA diskutieren. „Anleger sind risikoscheu wie kaum zuvor und wollen partout keine Aktien“, sagt Harald Norbisrath, Vertriebsleiter bei der Frankfurter Sparkasse.

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