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30.04.2011

14:54 Uhr

Fondstrend

Schwellenländer-Fonds vor der Bewährungsprobe

VonAndrea Cünnen

Unternehmensanleihen aus Schwellenländern werden immer beliebter. Die wirkliche Stärke dieser Fonds muss sich aber erst noch erweisen. Denn die Kursentwicklung steckt voller Gefahren.

Fondsinformationen und Schreibmaterial. Quelle: gms

Fondsinformationen und Schreibmaterial.

FrankfurtBei Fondsgesellschaften kommt ein noch junges Anlagesegment in Mode:  Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Seit gut einem Jahr gibt es immer mehr Publikumsfonds für Firmenbonds der aufstrebenden Volkswirtschaften. „Institutionelle Anleger wie Versicherer investieren schon seit Jahren gezielt in diese Anleihen, inzwischen wird die Anlageklasse auch für Privatanleger zum Thema“, sagt Victor Rodriguez, der bei ING Investment Management einen im Februar aufgelegten Fonds für Firmenbonds aus Schwellenländern verwaltet.

Die Auflage der neuen Fonds hat mehrere Gründe. In den Schwellenländern geben die Unternehmen inzwischen 70 Prozent aller Dollar-Anleihen aus, allein im vergangenen Jahr waren es 211 Milliarden Dollar. Die Staaten selbst finanzieren sich stattdessen zunehmend in ihren Lokalwährungen. Auch dafür gibt es zahlreiche Fonds, doch wer Schwellenländeranlagen in Dollar kaufen will, muss sein Anlageuniversum fast zwangsweise auf Unternehmensanleihen ausweiten.

Außerdem sind Staatsanleihen der Emerging Markets Privatanlegern schon lange ein Begriff, daher liegt es nahe, ihnen auch Unternehmensanleihen aus Schwellenländern anzubieten. „Die meisten dieser Länder haben in den vergangenen Jahren ihre Schulden als Anteil am Bruttoinlandsprodukt abgebaut, und ihre Wirtschaft wächst stärker als in den entwickelten Nationen“, betont Janis Hübner, Analyst für Schwellenländer bei der Deka-Bank.

Hübner geht wie viele Experten davon aus, dass sich die Wirtschaft in den Schwellenländern weiter robust entwickeln wird – trotz der vor allem von steigenden Nahrungsmittelpreisen ausgehenden Inflationsgefahren. Großes Kurspotenzial für Schwellenländeranleihen sieht er dennoch nicht, weil sich die Bonds bereits sehr gut entwickelt haben. Und auf deutliche Rückschläge – zum Beispiel steigende Risikofurcht der Anleger bei einer sich erneut zuspitzenden Euro-Schuldenkrise – sei der Markt nicht vorbereitet.

Joyce Chang, Leiterin des Researchs für Schwellenländeranleihen bei JP Morgan, erwartet, dass Investoren mit Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern in diesem Jahr Erträge von dreieinhalb Prozent erwirtschaften können. Die größte Gefahr für ihre Prognose sieht sie in steigenden Renditen der US-Staatsanleihen: Diese würden die Renditen von Dollar-Anleihen der Schwellenländer und ihrer Unternehmen mit nach oben ziehen und ihre Kurse drücken. Derzeit bieten Dollar-Staatsanleihen aus den Schwellenländern im Schnitt drei Prozentpunkte mehr Rendite als US-Staatsanleihen, bei Unternehmensanleihen sind es 2,75 Prozentpunkte. Vor einem Jahr boten Firmenbonds noch höhere Puffer als Staatsanleihen.

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