Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2009

08:00 Uhr

Fondsvergleich

Aktienstrategen setzen auf defensive Werte

VonChristian Kemper

Die erfolgreichen Vermögensverwalter setzen verstärkt auf defensive Branchen. Und die finden sie nicht mehr im Energie- und Finanzssektor, sondern bei Pharma- und Technologieaktien. Dies ergibt eine Portfolioanalyse der zehn größten international anlegenden Aktienfonds von Feri Eurorating.

FRANKFURT. So machten im vergangenen Horror-Börsen-Jahr die Fonds den geringsten Verlust, die sich rechtzeitig aus dem Energie- und Finanzsektor zurückzogen. Dazu zählten der UniGlobal von Union Investment und drei Fonds von DWS, dem deutschen Marktführer (siehe Tabelle). DWS-Chef Klaus Kaldemorgen war in der Finanzkrise frühzeitig aus Technologieaktien und Finanztiteln aus- und in Pharma- und Biotech-Aktien eingestiegen. Das Kunststück, rechtzeitig den Absprung zu schaffen, war ihm bereits im Jahr 2000 gelungen, als die Internetblase platzte.

Gerade Finanzaktien sorgten im vergangenen Jahr für einen Großteil der Verluste in den internationalen Aktienfonds. "Ehemals solide Aktien avancierten im Zuge der Finanzkrise zu volatilen Werten", sagt Christian Michel von Feri Eurorating. Aber auch Energie- und Rohstoffwerte litten sehr unter der Krise. So sind einige der zuvor als Favoriten gehandelten Fonds-Dickschiffe Leidtragende der jüngsten Börseneinbrüche. M&G-Fondsmanager Graham French etwa ist mit dem Global Basics Fund 41 Prozent abgestürzt, weil er sich auf Rohstoffwerte konzentriert. Doch er hält an der Strategie fest: Der australische Ölförderer Santos ist mit fünf Prozent die größte Position des Fonds.

Allerdings beutelte die Finanzkrise im vergangenen Jahr auch die erfolgreichsten Mega-Aktienfonds. Die Top-5 verloren allesamt rund 30 Prozent an Wert. Der Akkumula-Fonds der DWS, der seit seiner Auflegung im Juli 1961 um 1 600 Prozent zugelegt hat, machte einen ähnlich großen Jahresverlust wie in der Ölkrise 1973.

Am besten schnitt jedoch der Carmignac Investissement ab, der seine Strategie nicht geändert hatte. Der Fonds des unabhängigen französischen Anbieters setzt zum Beispiel immer noch zu rund 16 Prozent auf die Bankenbranche. "Die Finanzaktien im Investissement stammen aber aus Schwellenländern", sagt Fondsmanager Frederic Leroux. Er glaubt an florierende Immobilienmärkte und Infrastrukturprojekte in China und Brasilien. Davon sollten dann seiner Ansicht nach auch Banken in den Schwellenländern profitieren.

"Es kommt jetzt ganz stark auf die Auswahl der Einzelwerte an", sagt Christian Michel. "Die Länderallokation spielt wegen der sowieso meist international tätigen Unternehmen eine geringere Rolle als noch vor einigen Jahren."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×