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05.06.2013

10:58 Uhr

Gebührenstreit bei Fonds

Abmahnung für Deka und Union

VonJens Hagen

ExklusivDie Gebühren für deutsche Fonds sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Jetzt mahnen Verbraucherschützer die Fondsgesellschaften wegen unlauterer Entgelte ab. Wofür Kunden alles zahlen müssen.

Abgemahnt: Deka ist die Fondgesellschaft der Sparkassen. ap

Abgemahnt: Deka ist die Fondgesellschaft der Sparkassen.

DüsseldorfAnfang Mai erhielten die Geschäftsführer der Deka und Union Investment Post von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Inhalt der im fordernden Ton aufgesetzten Schreiben dürfte bei den Chefs der Fondsgesellschaften nicht gerade für gute Laune gesorgt haben.

Die Verbraucherschützer schickten eine Abmahnung, fordern von beiden Gesellschaften eine Unterlassungserklärung, dass sie mehrere Klauseln in den Geschäftsbedingungen einiger ihrer besonders häufig vertriebenen Fonds in Zukunft nicht mehr verwenden.

Die beanstandeten Klauseln beziehen sich auf sogenannte Performance Fees, erfolgsabhängige Gebühren, die Kunden zahlen müssen, wenn das Fondsmanagement selbst gesteckte Ziele erreicht. In den vergangenen Jahren führten immer mehr deutsche Fondsgesellschaften diese Gebühren ein, die früher vor allem bei Produkten für institutionelle Anleger üblich waren. „Professionelle Investoren begrüßen solche Fees, da sie die Interessen der Anleger und der Fondsmanager sinnvoll miteinander verknüpfen können,“ sagt etwa Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Die Verbraucherschützer sehen das anders. „Die vermeintlichen Erfolgsgebühren sind häufig völlig intransparent und werden teils auch bei Verlusten fällig“, sagt Markus Feck, Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale NRW. Ärgerlich: Einige Gesellschaften haben die Gebühren kurz nach der Baisse im Jahr 2009 eingeführt. In der Hausse der vergangenen Jahre entstanden so Kosten für die Anleger, die vorher hohe Wertverluste ihrer Fonds hinnehmen mussten.

Nach Aussagen eines Branchenkenners haben viele Gesellschaften die Erfolgsgebühren vor allem deswegen eingeführt, weil die Verkäufer immer gieriger wurden. Der komplette Ausgabeausschlag sowie ein guter Teil der Verwaltungsgebühren würden nicht bei den Gesellschaften sondern bei den Vertrieben landen. Die Performance Fee bleibt dagegen in der Regel bei den Fondsgesellschaften. „Nur so können die Gesellschaften ihre Erträge halbwegs sichern“, sagt der Branchenkenner. „Für den Kunden wird es in der Summe teurer“.

Kommentare (14)

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Mastermind

05.06.2013, 11:42 Uhr

Schon wieder ein Skandal beiDEKA?

Reichte der DEKA-Immo-Skandal nicht?

Wie es scheint, muss bei DEKA mal ordentlich mit dem Stahlbesen ausgekehrt werden, damit sich der Dreck im Haus nicht zu sehr in alle Ritzen hängt!

Schämt Euch!

(...)
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rs.depot.de

05.06.2013, 12:04 Uhr

Hinten den hohen Spesen stehen darüber hinaus keinerlei Gegenleistungen. Wenn, wie alle langfristigen Vergleichsstudien belegen, die Fonds es nicht schaffen ihren eigenen Vergleichsindex zu schlagen, wofür dann bezahlen. Besser selbst mit Indexfonds (ETF's) einen Index nachbilden oder über einen Einzelwertemix mit Trendfolgesystem arbeiten.


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Bankster

05.06.2013, 12:32 Uhr

Wer dort in Fonds einsteigt muss wohl etwas du.... sein
Diese müssten noch viel teuerer sein für die Schafe....
Mähhhhhh....

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