Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2012

18:00 Uhr

Geldanlage

Deka-Fonds steckt kein Geld mehr in Vieh oder Getreide

Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, ob Anleger die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe treiben. Dem Druck der Verbraucherorganisation Foodwatch beugt sich jetzt die DekaBank der Sparkassen.

Ein Rohstoff-Fonds der DekaBank investiert nicht mehr in Vieh und andere Grundnahrungsmittel. dapd

Ein Rohstoff-Fonds der DekaBank investiert nicht mehr in Vieh und andere Grundnahrungsmittel.

FrankfurtDie DekaBank will in ihren eigenen Fonds Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln stoppen. Die Fondsgesellschaft der Sparkassen bestätigte am Mittwoch in Frankfurt am Main entsprechende Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch. Ein entsprechender Fonds („Deka-Commodities“, WKN: DK0EA3) solle so umgebaut werden, dass darin keine Preisentwicklungen bei Weizen, Mais, Soja oder Vieh kopiert würden, sagte ein DekaBank-Sprecher. Es sollten auch keine Fonds dieser Art wieder aufgelegt werden.

Foodwatch hatte die Banken im vergangenen Oktober aufgefordert, sich aus der Spekulation mit Agrarrohstoffen zurückzuziehen. Die Verbraucherorganisation hatte in dem Bericht „Die Hungermacher“ den Vorwurf erhoben, dass solche Anlagen zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise führen und so in armen Teilen der Erde Hunger verursachen. Die DekaBank schloss sich dieser Argumentation aber in dieser Form nicht an. Der Sprecher der DekaBank sagte dazu, es gebe aus Sicht der Bank „keine abschließende Antwort“ in dieser Diskussion.

Foodwatch begrüßte den Schritt der Fondsgesellschaft der Sparkassen. Die DekaBank gehe „einen ersten richtigen Schritt und zieht den Schlussstrich unter ein unverantwortliches Geschäft“, erklärte Geschäftsführer Thilo Bode. Foodwatch erwarte nun, „dass die öffentlich-rechtlichen Landesbanken sowie der zweite große genossenschaftliche Anbieter, Union Investment als Fondsgesellschaft der Volks-, Raiffeisen- und Sparda-Banken, diesem Beispiel folgen und auf die Zockerei zu Lasten der Ärmsten verzichten.“ Foodwatch hatte zuvor auch direkt die Deutsche Bank aufgerufen, sich aus der Spekulation mit Agrarrohstoffen zurückzuziehen. Die Deutsche Bank erklärte demnach mittlerweile, die Auswirkung ihrer Anlagen auf Nahrungsmittelpreise zu prüfen und bis Ende des Jahres einen Bericht vorzulegen.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

justus5

12.04.2012, 15:01 Uhr

Die Trading-Verantwortlichen von godmode-trader.de hatten schon eine aehnliche Idee im Januar:
http://www.godmode-trader.de/blog/rohstoff/2012/01/21/godmode-trader-de-stoppt-trades-in-grundnahrungsmitteln

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×