Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2007

12:19 Uhr

Geldanlage in Fonds

Anleger wandern aus Aktienfonds ab

Ende 2006 verwaltete die deutsche Investmentbranche das Rekordvolumen von 1,409 Billionen Euro, wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) am Montag in Frankfurt mitteilte.

HB FRANKFURT/M. Im Vorjahr waren es 1,318 Billionen Euro. „Damit haben Anleger der Investmentbranche aktuell so viel Vermögen anvertraut wie noch nie“, bilanzierte BVI-Präsident Markus Rieß. Laut BVI nutzen derzeit 15 Millionen Menschen in Deutschland Investmentfonds, fast jeder dritte Haushalt lege so Geld an.

Binnen zehn Jahren verdreifachte sich das in Publikums-, Spezialfonds sowie so genannten freien Assets angelegte Vermögen: 1996 wies die Branche 420,4 Mrd. Euro aus. Pro Jahr wuchs das verwaltete Vermögen nach BVI-Berechnungen um 11,4 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten sammelten die Investmentgesellschaften per saldo insgesamt knapp 60 Mrd. Euro neue Anlagemittel ein.

Der Löwenanteil der Mittel war 2006 wie im Vorjahr in Aktienfonds investiert. Obwohl dort binnen Jahresfrist erheblich Mittel abflossen, stieg das Volumen dieser Fondsgruppe dank des Börsenbooms auf 190,5 Mrd. Euro. Allerdings wurde unter dem Strich mehr Geld aus Aktienfonds abgezogen als neu darin angelegt: Netto ergaben sich 5,6 Prozent Minus im Vergleich zum Vorjahr. Der Branchenverband erklärte dies mit der Angst vieler Anleger vor Kursschwankungen.

Tendenziell scheuten Privatanleger in Deutschland weiterhin das Risiko, sagte Rieß. „Viele Kapitalanleger lassen die Chancen der Kapitalmärkte ungenutzt.“ Wolfgang Mansfeld, der an diesem Dienstag (30.1.) das Amt des BVI- Präsidenten von Rieß übernimmt, mahnte im Zusammenhang mit der geplanten Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge: „Wesentlich ist, dass eine Abgeltungssteuer die Bereitschaft der Bürger nicht bremst, eigenständig für das Alter vorzusorgen.“ Das Bundesfinanzinisterium will auch Wertzuwächse besteuern.

Rentenfonds durch höhere Zinsen belastet

Rentenfonds wurden im vergangenen Jahr von steigenden Zinsen belastet, so dass vielfach ein leichtes Minus festzustellen sei, teilte der BVI mit. Offene Immobilienfonds hätten auf Jahressicht mit einer attraktiven Rendite von durchschnittlich 4,3 Prozent überzeugt.

Aus der aktuellen Werteentwicklungsstatistik des BVI zum Stichtag 31. Dezember 2006 geht im einzelnen hervor, dass Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland auf Jahressicht ein durchschnittliches Plus von 21,6 Prozent erreichten. Der Dax 30 legte im gleichen Zeitraum um 22 Prozent.

Den Angaben zufolge haben sich besonders Investments in spezielle Marktsegmente ausgezahlt. So erreichten Osteuropa-Fonds auf Jahressicht eine Wertsteigerung von 27,8 Prozent. Emerging Market-Fonds brachten es auf einen Zuwachs von 29,5 Prozent und Aktienfonds mit dem Schwerpunkt Fernost (ohne Japan) legten um 21,0 Prozent zu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×