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15.04.2014

10:35 Uhr

Geldanlage

Wie viel Russland in Ihren Fonds steckt

VonDörte Jochims

Die Krise in der Ukraine eskaliert. Das betrifft auch viele Geldanleger in Deutschland, die damit wahrscheinlich gar nicht rechnen. In welchen Fonds Gazprom-Aktien oder Putin-Bonds stecken.

Babuschka: In vielen Fonds steckt mehr Russland, asl viele Anleger glauben. Getty Images

Babuschka: In vielen Fonds steckt mehr Russland, asl viele Anleger glauben.

Die Krise in der Ostukraine spitzt sich zu. Der ukrainische Übergangs-Präsident Alexander Turtschinow kündigt einen Militäreinsatz gegen Separatisten an. Die Lage in der Region Donbass "wird bald stabilisiert". Russland warnt vor Gewalt gegen Russen und forciert trotzdem hinter den Kulissen die Eskalation des Streits.

Der Ton zwischen den westlichen Industriestaaten und Russland wird zunehmend schärfer. Schon jetzt macht eine Abwertung des Rubels um zwanzig Prozent seit dem Ausbruch der Krise vielen Investoren zu schaffen. Die Aktienkurse in Russland geben wegen der zunehmenden Spannungen nach. Der russische Leitindex RTS verlor heute 2,4 Prozent, der MICEX-Index mit den zehn größten Titeln sank um 1,6 Prozent.

Unverdrossen von den wirtschaftlichen Konsequenzen drohen Russland und der Westen mit weiteren Sanktionen. Deren Auswirkungen werden von Ökonomen als dramatisch gesehen. Anleger sollten sich darauf einstellen.

Sanktionen gegen Moskau: Der Drei-Stufen-Plan der EU

Erste Stufe

Gespräche über Visa-Erleichterungen und ein Wirtschaftsabkommen mit Russland werden am 6. März auf Eis gelegt.

Zweite Stufe

Die zweite Sanktionsrunde betrifft Einreiseverbote für russische und ukrainische Verantwortliche in EU-Staaten sowie das Einfrieren ihrer Auslandskonten in der EU. Die EU-Außenminister beschließen dies am 17. März, nachdem das umstrittene Referendum über eine Abspaltung der Krim trotz der Proteste des Westens abgehalten wurde.

Betroffen sind 21 Russen und Ukrainer, die für das Referendum verantwortlich gemacht werden, unter ihnen der Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow und der Befehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko.

Die Sanktionen sind zunächst auf sechs Monate beschränkt, können aber verlängert werden. Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel geht es nach Angaben von Diplomaten um eine Ausweitung der Stufe zwei, also eine Ausdehnung der Sanktionsliste auf weitere Verantwortliche.

Dritte Stufe

Die dritte Stufe beschreibt Folgen „in einer Reihe von Wirtschaftsbereichen“, also Wirtschaftssanktionen. Diese sollen verhängt werden, sollte Russland weitere Schritte „zur Destabilisierung der Lage in der Ukraine“ unternehmen, also etwa über die Krim hinaus im Osten des Landes militärisch eingreifen.

Angesichts der damit verbundenen weitreichenden Auswirkungen auf die Wirtschaft in der EU könnte der Gipfel die EU-Kommission beauftragen, diese zu analysieren und abzuwägen.

Reine Russland-Aktienfonds zählen seit Jahresbeginn für Euro-Anleger zu den größten Verlierern. Sie büßten im Durchschnitt fast 20 Prozent an Wert ein, bei Osteuropa-Fonds beträgt das Minus immerhin fast zehn Prozent. Im Falle von Sanktionen dürften sich die Verluste verschärfen.

„Doch nicht nur dort, wo Russland draufsteht, ist auch Russland drin,“ warnt Fondsanalyst Ali Masarwah von Morningstar. Er hat die Datenbank des Hauses nach russischen Aktien in Fondsportfolios durchforstet. Dabei wurden 11.400 Aktienfonds abgeklopft. Handelsblatt Online hat zudem Misch- und Dachfonds analysiert. Ergebnis: Aktien von russischen Unternehmen, aber auch von europäischen Firmen, die stark in Russland investiert sind, stecken in vielen Portfolios und können im Krisenfall die Performance nach unten ziehen.

Kommentare (1)

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14.04.2014, 13:59 Uhr

Liebe Frau Jochims,

ich weiss ja, Sie müssen in kurzer Zeit irgendeinen Text zu einem vorgegebenen Thema liefern.

Wir lassen die Frage mal dahin gestellt, welchen Sinn und Zweck dieser Artikel haben soll.

Wäre es nicht zudem erwähnenswert, dass man bereits ein "Russland-Risiko" hat, wenn man in Firmen investiert, die größere Anteile ihres Umsatzes in Russland machen? Man schaue da mal auf einige Tabak- und Pharmakonzerne von (Luxus)Konsumgütern und einzelnen Autobauern ganz zu schweigen.

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