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06.03.2006

14:19 Uhr

Geldmarktfonds

Für Kurzfristparker ist Templeton zu teuer

VonEgon Wachtendorf (Der Fonds)

Der Name Franklin Templeton steht wie kaum ein anderer für langfristig erfolgreiche Aktienfonds, und auch im Rentenbereich erwarb sich die US-Gesellschaft in den vergangenen Jahren den Ruf, über ein kompetentes Management-Team zu verfügen.

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HAMBURG. Ganz anders bei Geldmarktfonds: Dort gehören die von Franklin Templeton angebotenen Fonds fast permanent zu den Schlusslichtern ihrer jeweiligen Kategorie. Der Templeton Euro Liquid Reserve etwa belegt im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 120 Euro-Geldmarktfonds mit einem Zuwachs von nur 0,97 Prozent Platz 117 (Tabelle).

Das Haupthindernis für eine bessere Platzierung stellt zweifellos die mit einem Wert von 0,94 Prozent sehr hohe Gesamtkostenbelastung (Fachbegriff: TER für Total Expense Ratio) des Fonds dar. "Im aktuellen Zinsumfeld ist das natürlich ein Ärgernis", räumt Reinhard Berben ein. Der Deutschland-Geschäftsführer von Franklin Templeton ist zwar bestrebt, die TER abzusenken, lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass einem solchen Ziel bei einem Volumen von nur 60 Mill. Euro betriebswirtschaftliche Grenzen gesetzt sind. Auf der anderen Seite hält Berben auch nichts davon, im Kampf um zusätzliche Performancepunkte das Profil des meist nur kurzzeitig genutzten Fonds zu verändern und dem Portfolio zum Beispiel verstärkt Unternehmensanleihen oder andere Risikopapiere beizumischen.

Wer bei 100prozentiger Sicherheit das Optimum aus einem Geldmarktfonds herausholen will, kommt kaum am aktuellen Spitzenreiter Siemens rich & liquid vorbei. Der bei der österreichischen Siemens-Tochter Innovest betreute Fonds besticht durch eine schlanke Kostenstruktur (TER: 0,16 Prozent) und verzichtet ebenfalls auf riskante Beimischungen. "Mindestens 70 Prozent des Fondsvermögens sind in reinrassigen Geldmarktanlagen investiert, bis zu 30 Prozent dürfen wir Euro-Staatsanleihen mit bis zu drei Jahren Restlaufzeit beimischen", sagt Innovest-Manager Eytan Reif.

Von dieser Möglichkeit machte Reif allerdings zwischen Mitte Juni und Ende November, als angesichts der steigenden Zinsen am kurzen Ende auch Papiere mit ein- oder zweijähriger Restlaufzeit leichte Verluste erlitten, keinen Gebrauch. Mittlerweile beträgt ihr Anteil am Portfolio wieder 15 Prozent. Hintergrund: Reif hält die Ausbildung einer inversen Zinsstruktur, bei der Kurzläufer höhere Renditen bringen als Papiere mit langen Laufzeiten, für "sehr unwahrscheinlich", folglich seien am kurzen Ende keine Einbußen mehr zu erwarten.

Indes, ob sich der Kauf des Siemens rich & liquid lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Privatanleger nämlich müssen für den Kauf eine Bank zwischenschalten, die für die Vermittlung bis zu zwei Prozent Ausgabeaufschlag verlangen darf - beim derzeitigen Zinsniveau entspricht das fast dem gesamten Jahresertrag.

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