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25.07.2012

19:19 Uhr

Gesetzentwurf

Fondsbranche kritisiert Regulierungspläne

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will Fonds mit einem neuen Gesetz stärker regulieren. Prompt laufen die Verbände dagegen Sturm und versuchen, noch Einfluss auf den Gesetzestext zu nehmen.

Zieht den Unmut der Fondsbranche auf sich: Finanzminister Wolfgang Schäuble. Reuters

Zieht den Unmut der Fondsbranche auf sich: Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Frankfurt/BerlinDie Fondsverbände laufen gegen die neuen Regulierungspläne von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Sturm und rüsten sich für einen heißen Herbst. Noch in dieser Woche sind Hintergrundgespräche in Berlin angesetzt, um den umstrittenen Gesetzentwurf in wesentlichen Punkten zu entschärfen, wie Branchenvertreter am Mittwoch sagten.

Schäuble will mit dem Gesetz Kleinsparer noch stärker schützen. Sie sollen nur noch zu ausgewählten Investmentfonds Zugang haben, bei denen das Risiko überschaubar ist. Hedgefonds und Immobilienfonds zählen nach Schäubles Lesart nicht dazu, zumindest soll es keine neuen Offenen Immobilienfonds mehr geben.

Die Fondsbranche wiederum spricht von einer Entmündigung der Privatanleger und befürchtet Geschäftseinbußen. Die Schuldenkrise nagt ohnehin schon am Gewinn, die Zeiten könnten kaum schwieriger sein.

Die Fondsanbieter kritisieren vor allem, dass der Vorschlag der Regierung nicht konsequent sei. Denn sonst müssten auch Zertifikate für Privatanleger verboten werden. „So wichtig der Schutz der sogenannten Kleinanleger ist, Privatanleger insgesamt sind aber nicht so unbedarft, dass ihnen wichtige Anlagealternativen per se vorenthalten werden müssen", kritisierte Frank Dornseifer vom Bundesverband Alternative Investments (BAI), in dem vor allem Hedgefonds organisiert sind.

Der Gesetzentwurf gebe nicht unbedingt Anreize, zukünftig alternative Investmentfonds in Deutschland aufzulegen. Stattdessen werde sich die Fondsbranche mehr und mehr nach Luxemburg verlagern.

Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI), der überwiegend für die klassischen Fondsanbieter steht, zeigte sich etwas versöhnlicher. BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter bemängelte allerdings, dass neue Immobilienfonds künftig nur noch als geschlossene Produkte für sehr vermögende Privatkunden oder Profi-Anleger aufgelegt werden sollen.

Kommentare (7)

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BRDSklave

25.07.2012, 20:06 Uhr

so durchsichtig ! Mit der lächerlichen Begründung den Schutz zu verbesseren wollen soll unliebsame Konkurrenz aus dem Geschäft raus gehalten werden, statt dem schändlichen Treiben endlich mal ein Ende zu bereiten. Für wie blöd hält dieser Rolli-Fahrer uns eigentlich ?

Mazi

25.07.2012, 20:34 Uhr

Schlecht gemacht von den Lobbyisten. Sie hätten ihm einen lukrativen Job versprechen müssen. Dafür hätten sie einen eigenen Text abgeben dürfen.

So ähnlich haben es die Luxemurger auch gemacht. Nur mit der garantierten Straffreiheit wärees wohl schwierig geworden.

Haben die es denn immer nocht nicht gelernt?

CLOUDFONDS

25.07.2012, 20:49 Uhr

WER, WER braucht FONDS??? Die Leute verdienen ohnehin durchschnittlich weniger als vor 10 und erst Recht vor 20 Jahren zu DM-Zeiten. Die kleinen Privatanleger schauen auch nicht auf die effektiven also realen Kosten sondern sehen nur die Werbeschriften, etwa dass keine 5% Ausgabeaufschlag fällig seien. Wenn sie überhaupt das lesen und nicht nur anschauen. Nanu: und eine Jahresprämie von 10%?? Bei Überschreiten einer prozentualen Wachstumsmarke? Deren Zeitpunkt extra offen gelassen wird?
Da schaut man einfach lieber bei ING-DiBA Online unter Fonds und dort deren Aufschlüsselung, die aktuell attraktive Aktien zeigt. Idealerweise erwischt man den Änderungszeitpunkt. Schon läuft man im Erfolgsstrom mit. Ohne versteckte Gebühren. Aber, wie sagte Günter Krämer von der Commerzbank sehr trefflich kürzlich: Aktien (Aktienfonds) sind für die nächsten 20 Jahren nichts. WEGEN der globalen Überschuldung. Außer, unsere Leader spielen weiter mit Luftpaketen, aktuell Schuldentilgungsfonds, der als CLOUDCOMPUTING irgendwo im Weltall stationiert wird. Da kommen dann alle Schulden digital outgesourct hin, werden dort weit oben - weiter als Venus und Mars je sein könnten - eingebucht. Dann sind wir frei von irdischen Lasten. Dann könnten die Kurse steigen. Steigen. Steigen. Für die nächsten 30 Jahre.

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