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23.01.2011

13:52 Uhr

Gold, Öl, Weizen

Neue Risiken bei Rohstofffonds

VonJörg Hackhausen, Ingo Narat

Rohstoffe sind begehrt. Seit Monaten steigen die Preise. Doch die Stimmung könnte schnell umschlagen. Gerade für Privatinvestoren ist es schwer, in einem so heißen Markt den Überblick zu behalten. Worauf Anleger bei der Auswahl eines Rohstofffonds achten sollten.

Bei der Auswahl des richtigen Rohstofffonds ist einiges zu beachten. Quelle: gms

Bei der Auswahl des richtigen Rohstofffonds ist einiges zu beachten.

FRANKFURT. An den Rohstoffmärkten geht es heiß her. Egal ob Öl, Kupfer oder Weizen - die Preise kannten in den vergangenen Monaten nur eine Richtung: nach oben. Innerhalb eines Jahres hat sich Öl um 25 Prozent verteuert. Ein Fass der Sorte Brent kostet knapp 100 Dollar. Der Kupferpreis stieg im selben Zeitraum um 30 Prozent. Eine Tonne des Industriemetalls ist mit fast 10 000 Dollar so teuer wie nie. Noch halten die meisten Experten die Rohstoffmärkte nicht für überhitzt. Aber die Stimmung kann schnell kippen.

"Ein wichtiger Faktor ist ohne Zweifel das Wachstum in den Schwellenländern", sagt Evy Hambro, Rohstoffexperte der Fondsgesellschaft Black Rock. Vor allem der Aufstieg Chinas verschlingt gigantische Mengen an Rohstoffen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA verbraucht China inzwischen sogar mehr Energie als die Vereinigten Staaten. Und kein anderes Land auf der Erde importiert mehr Kupfer, Baumwolle oder Sojabohnen als China. Die Produktion kommt kaum noch mit der Nachfrage mit.

Am Donnerstag überraschte China mit der Meldung, dass die Wirtschaft im vergangenen Jahr wieder über zehn Prozent gewachsen ist. Damit hatten selbst optimistische Ökonomen nicht gerechnet. "Solange die Konjunktur so weiter läuft, werden auch die Rohstoffpreise steigen", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Sollte sich aber der Boom abkühlen, etwa weil die Chinesen an der Zinsschraube drehen, hätte das enorme Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte. Die Experten der Saxo Bank warnen daher vor zu hohen Erwartungen.

Viel Geld in einem heißen Markt

Hinzu kommt ein Risiko, für das die Investoren selbst verantwortlich sind. Die Aussicht auf steigende Preise hat viele angelockt, die mitverdienen wollen. Banken, Hedge-Fonds oder Pensionskassen haben Milliarden in Rohstoffe investiert. Das Kapital, das auf diese Weise in die Rohstoffmärkte geflossen ist, hat die Preise weiter angeheizt. Nach Daten der US-Aufsichtsbehörde CFTC stieg das Volumen offener Termingeschäfte an den US-Rohstoffbörsen im vergangenen Jahr um die Hälfte auf fast 850 Milliarden Dollar - das ist mehr als auf dem Höhepunkt der Rohstoffpreisblase des Jahres 2008.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2008 war der Ölpreis zunächst auf ein Rekordhoch von 150 Dollar geklettert. Dann kam die Lehman-Pleite. Die Investoren wollten ihr Geld nur noch in Sicherheit bringen. Sie zogen ihr Kapital von den Rohstoffmärkten ab, die Preise stürzten ab. Am Ende kostete ein Fass Öl nur noch rund 35 Dollar.

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